Toggle Navigation

Bier brauen leicht gemacht

Hopfen, Hefe, Malz und Wasser. Bier brauen können wir schon lange und seit dem 23. April 1516 wird uns die Bierqualität durch das bayerische Reinheitsgebot gesichert. 

Im Durchschnitt trinkt jeder deutsche Bürger im Jahr rund einhundert Liter Bier. Damit ist Bier das wohl meist getrunkene alkoholische Getränk in Deutschland. Doch wie wird Bier überhaupt gebraut, wie kommen die unterschiedlichen Sorten zu Stande und was schreibt das Reinheitsgebot eigentlich genau vor?

Jeder der gerne Bier trinkt hat schon einmal darüber nachgedacht. Wie stellt man es eigentlich her? Dabei ist der Vorgang bei jeder Marke gleich. Wie trotzdem geschmackliche Unterschiede einstehen wird im Folgenden besser erkenntlich.

Der Weg zum eigen gebrauten Bier

  • Ablauf: Schroten, Einmaischen, Filtern, Hopfen hinzufügen, Gärung
  • Umso mehr Malz desto alkoholhaltiger wird das Bier
  • Vor den Brauprozess muss man entscheiden, ob man Pils (untergäriges Bier) oder Weizen oder Kölsch (obergäriges Bier) herstellen will
  • Obergäriges Bier braucht zum Gären etwa 18 bis 24 °C, damit die Hefe arbeiten kann
  • Untergäriges Bier braucht lediglich 9 bis 15 °C
  • Um den notwendigen Stärkegehalt (für die Bierherstellung notwendig) der Maische festzustellen, macht man einen Jod-Test

Anleitung zum Bier brauen

Um etwa 10 Liter herzustellen benötigt man 2 Kilogramm geschrotetes Malz, 5 bis 10 Gramm Trockenhefe, 10 bis 50 Gramm Aromahopfen und etwa 10 Liter Wasser.  Als geeigneter Behälter empfiehlt sich entweder ein Most Fass oder ein Einmachtopf mit zehn Liter Fassungsvermögen. Um den Vorgang der Eigenherstellung zu erleichtern, gibt es auch fertige Brau-Kits.

Das Vorgehen:

  • Die 10 Liter Wasser auf etwa 65 °C im Topf erhitzen
  • zwei Kilogramm geschrotetes Malz dazu geben und bei einer Temperatur um die 65 °C stetig rühren. Diesen Vorgang nennt man Einmaischen. Hierbei wird die Stärke im Malz zu kurzkettigem Zucker umgewandelt.
  • Nach einer viertel Stunde erhöt man die Temperatur auf 70 °C und hält diese weitere fünfzehn Minuten
  • Um den richtigen Jodgehalt festzustellen schöpft man einen kleinen Teil ab und fügt Jodlösung hinzu. Wenn sich die Flüssigkeit nun gelb bis rot verfärbt ist alles richtig gelaufen
  • Nun erhitzt man die Maische noch etwas weiter(nicht über 78 °C) und lässt es weitere zehn Minuten köcheln
  • Jetzt muss die Maische gefiltert werden. Am besten mit einem Sieb oder einem Tuch
  • Die klare Flüssigkeit wird nun eine Stunde gekocht
  • Etwa nach der Hälfte der Zeit fügt man den Aromahopfen hinzu
  • Nach Ablauf der Stunde wird die Flüssigkeit erneut gefiltert
  • Auf das Abkühlen der Flüssigkeit folgt das hinzufügen der Hefe (9-15 °C bei Pils und 18-24 °C bei Weizen)
  • Hefe zusammen mit der Bierwürze eine Stunde gehen lassen
  • Jetzt gibt man alles in ein Gärgefäß und verschließt dieses
  • Nach etwa zehn Stunden wird der erste Gärprozess durch Schaumbildung sichtbar
  • Erst nach vollständigem verschwinden des Schaum ist der Hauptgärvorgang angeschlossen und das Bier hat einen Alkoholgehalt von etwa vier Prozent.
  • Das Gebräu nicht vorher abfüllen, da das nachgären das Platzen der Flaschen zu Folge hätte.
  • Die Flüssigkeit abkühlen lassen und in sauberen Flaschen abfüllen

Unterschiedlicher Geschmack entsteht hierbei durch unterschiedlich vorbereitete Getreidearten. Röstung verändert Farbe und Aroma, während Gewürze den Geschmack ändern. Dabei spielt das Reinheitsgebot eine große Rolle. Dieses schreibt die genauen Bestandteile eines jeden Bieres vor, damit weder gestreckt noch verfälscht werden kann. Erlaubt sind nur Gerste, Hopfen und Wasser.

Der genaue Wortlaut im Jahr 1516 lautete:

“…Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen…”

Etwa im 19. Jahrhundert wurde dann auch Malz und Hefe in das Reinheitsgebot aufgenommen. Hefe war schon immer Bestandteil und aus Gerste wurde Gerstenmalz, da man festgestellt hat, dass dieses besser zum Brauen geeignet sei.

Jetzt steht dem eigenen Bier nichts mehr im Wege

Prost!

Kommentiere