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Der „Ambiguous cylinder“ und wie er funktioniert

Der von Kokichi Sugihara geschaffene „Ambiguous cylinder“ verwirrt und fasziniert Menschen auf der ganzen Welt. Im Jahr 2016 wurde die Illusion zweiter Platz bei dem Illusion of the year Contest der Neural Correlate society. Aber was steckt dahinter?

Im ersten Moment scheint es offensichtlich, dass es sich nur um einen einfachen Zylinder handelt. Doch sobald das ganze aus dem richtigen Winkel und in einem Spiegel betrachtet wird, ergibt plötzlich nichts mehr Sinn.
Gerade eben war es ein Zylinder, doch die Reflexion zeigt eine komplett andere Form.

Wie kommt es dazu?

Verständlicherweise ist es im ersten Moment sehr verwirrend, aber eigentlich ist es ein simpler perspektivischer Trick. Was wie ein Zylinder aussieht, ist in Wirklichkeit eine komplett andere Form, die aus verschiedenen Winkeln betrachtet einen Würfel oder einen Zylinder ergibt. Die wahre Form der Oberkante des Objektes liegt genau zwischen einem Quadrat und einem Kreis, also sieht sie aus wie ein Quadrat, mit leicht nach außen gewölbten Seiten. Zudem verläuft sie wellenförmig, um die Illusion möglich zu machen. Nun muss das ganze noch aus dem passenden Winkel betrachtet werden, und schon wird aus einem scheinbaren Zylinder ein Würfel.

Die Gestaltpsychologie beschäftigt sich mit optischen Täuschungen.

Täuschung durch Mathematik

Der „Ambiguous cylinder“ wurde kreiert , indem zuerst zwei verschiedene Figuren und Blickwinkel definiert wurden und schließlich wird ein Gleichungssystem erstellt, dass beide Figuren und die Blickwinkel beschreibt.
Zum Schluss werden die Gleichungen an einen 3D-Drucker gesendet, der dann das gewünschte Objekt erstellt.
Das faszinierende an dieser Illusion ist, dass sie so einfach und trotzdem so überzeugend ist.
Die optische Täuschung funktioniert auch ohne einen Spiegel, jedoch ist sie so weniger spektakulär, weil lediglich ein Würfel oder einen Zylinder in der Reflexion sichtbar ist.

Der Schatten an der Kante gibt aufschluss über die wahre Form.

Über den Designer

Kokichi Sugihara ist Professor an der Meiji Universität in Tokio und unterrichtet dort Mathematik.
Er beschäftigt sich bereits seit den achtziger Jahren mit optischen Täuschungen. Er programmierte eine Software, die dreidimensionale Körper anhand der Darstellung von zweidimensionalen Körpern erstellt. Dabei stellte er fest, dass viele der Objekte, die als „unmögliche Figuren“ galten, nicht unmöglich sind und mit Hilfe seines Programms zu reellen Körpern umgesetzt werden können.

„Ich fand heraus, dass wir bestimmen können, warum im menschlichem Gehirn optische Täuschungen entstehen, indem wir das Verhalten des Gehirns und das meiner Software verglichen“, erklärte Sugihara. Der „Ambiguous cylinder“ ist nur eine von vielen Kreationen, die Sugihara im laufe der Jahre geschaffen hat. Unter anderem hat er Objekte entwickelt, die in ihrer Reflexion teilweise unsichtbar sind und solche die die Gesetzte der Physik vermeintlich brechen.

Es ist immer wieder aufs Neue faszinierend, mit was für einfachen Mitteln sich unser Gehirn täuschen lässt, sodass es zu komplett falschen Schlüssen kommt. So benötigt es nur eine bestimmte Form und schon wird aus einem augenscheinlichen Zylinder ein Würfel.

Quelle: The Illusion contest               Ambiguous Cylinder Illusion

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