Toggle Navigation

Der Food-Scanner für die Hosentasche

Die Banane ist ein bisschen braun, das Mindesthaltbarkeitsdatum vom Heidelbeerjoghurt ist einen Tag abgelaufen. Für viele der Verbraucher ein Grund ein Lebensmittel zu entsorgen. Aufgrund der enormen Verschwendung, der oftmals noch genießbaren Lebensmittel, hat das Frauenhofer IOSB einen Scanner entwickelt, die der Vergeudung Abhilfe schaffen soll.

Allein in Bayern landen jährlich ca. 1,3 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, obwohl sie noch verzehrbar sind. Fast die Hälfte dieser Lebensmittel sind Obst und Gemüse und leicht verderbliche Waren wie Fleisch und Fisch. Die Hauptursache für die hohe Verschwendung liegt an dem Ablaufen des Mindesthaltbarkeitsdatums. Viele der verunsicherten Verbraucher gehen davon aus, dass nach dem Ablauf des Datums die Lebensmittel nicht mehr verzehr fertig sind und entsorgen diese deshalb.

Die Verbraucher werden übervorsichtig und entsorgen Produkte, da sie Sorge haben, dass sie etwas essen was nicht mehr genießbar ist. Dies ist bei Produkten wie Bananen nicht so schnell der Fall wie bei Fisch, der Beispielsweise bei Sushi besonders frisch sein muss. Es wird aber nicht mehr differenziert, sondern die Dinge werden einfach weggeworfen.


Die Verschwendung

Schon lange werden Stimmen laut, dass diese Verschwendung endlich aufhören muss. Mittlerweile sind die Beschwerden so massiv geworden, dass die Behörden im Zugzwang sind. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten will mit dem Bündnis „Wir retten Lebensmittel″ mit Hilfe von insgesamt 17 Maßnahmen dieser enormen Vergeudung entgegenwirken. Eine von ihnen ist der Food-Scanner für die Hosentasche, der sich gerade in der Entwicklung, für den Verbraucher, befindet.

Sushi (Foto: Benjamin Herrmann)
Sushi (Foto: Benjamin Herrmann)

Der Scanner ist eine sehr schnelle Methode zur Qualitätsbewertung von Lebensmitteln. Das alles funktioniert durch einen Nahinfrarot-Sensor, der den Reifegrad des Produkts ermittelt und bestimmt, wie viele und welche Inhaltsstoffe es enthält. Der Test ist einfach, schnell und aufschlussreich. Die Bedienung des Scanners ist auch für den Kunden sehr leicht. Infrarotlicht wird auf das Produkt geschickt, anschließend wird das Spektrum des reflektierten Lichts gemessen.

Der Food-Scanner

Die absorbierten Wellenlängen lassen Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung der Ware zu. Das Verfahren an sich ist nicht neu, schon lange werden Inhaltsstoffe durch Nahinfrarotspektroskopie bestimmt. Der große Unterschied jedoch ist, dass es durch sogenannte Low-Cost-Sensoren nun für jeden Möglich ist. Die Daten werden anschließend über Bluetooth in eine Datenbank geschickt, auf der die Ergebnisse zu sehen sind. Jedoch hat der Food-Scanner auch seine Grenzen.

Die Bestimmung von einzelnen Lebensmitteln ist bereits möglich, jedoch ist es bei Produkten die aus verschiedenen Lebensmitteln zusammen gesetzt sind bisher schwierig. Für Anfang 2019 ist eine Testphase geplant, in der untersucht wird, wie der Verbraucher das Gerät annimmt.
Dieser Scanner kann die Verschwendung deutlich einschränken, da das Mindesthaltbarkeitsdatum dadurch an Bedeutung verliert. Die Kunden können sich auf das Ergebnis des Scanners verlassen und müssen so keine Lebensmittel mehr unnötig wegwerfen.

Über den Autor

Rebecca Herrmann

Rebecca Herrmann

Meine Artikel:

    Kommentiere