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Fly to kill – Fliegende Minidrohnen zur Schädlingsbekämpfung

Die Digitalisierung ist auch in der Schädlingsbekämpfung auf dem Obst- und Gemüsemarkt angekommen. Start-Ups, wie PATS Indoor Drone Solutions, brachten auf der Fruit Logistica in Berlin ihre Hightech-Ideen unter die Farmer. Sie schicken fliegende Minidrohnen gegen Insekten ins Gefecht.

Hightech Schädlingsbekämpfung: Drohne im Angriffsmodus. Foto: PATS Indoor Drone Solutions

Das niederländische Start-Up PATS hat ein System zur automatisierten Schädlingsbekämpfung entwickelt. Insekten, die die Ernte der Farmer bedrohen, werden von Minidrohnen in der Luft angegriffen. Indoor Drone Solutions soll so auf lange Sicht den Einsatz von Pestiziden für den Pflanzenschutz reduzieren.

Tödliche Drohnentechnik

PATS Indoor Drone Solutions umfasst eine Basisstation mit eingebauten Stereo-Vision-Kameras, außerdem ein Lande- und Ladepad für die kleinen Drohnen. Das System ist bislang auf das Erfassen verschiedener Mottenarten ausgelegt. Integrierte Kameras scannen ununterbrochen die Umgebung um die Basisstation. Bei einem Treffer analysiert das System die voraussichtliche Flugbahn des Insekts. Anhand der Berechnungen werden innerhalb von Sekunden die Minidrohnen auf ihren tödlichen Kurs geschickt. Inspiriert von der Art wie Fledermäuse, oder Libellen ihre Beute jagen, erfasst das autonome System die Insekten und verursacht eine Kollision. Nach beendetem Todesflug kehrt die Drohne zum Landepad zurück auf dem sie bis zum nächsten Angriff auflädt.

Die Basisstation umfasst Stereo-Vision-Kameras, ein Lande- und Ladepad. . Foto: PATS Indoor Drone Solutions

Die Propellerflügel der Drohnen zerteilen die Schädlinge. Zwar ist der Tötungsprozess nichts für schwache Nerven, aber letztlich sei es die leidensfreieste Methode, erklärt CEO Bram Tijmons. Werden die Insekten oder deren Larven von Pestiziden zersetzt dauert das Sterben länger. Die Schädlinge können sich durch das Drohnensystem von vornherein nicht ausbreiten. Es löscht die Insekten aus, bevor diese ihre Eier ablegen. Insektenplagen in Gewächshäusern großflächig mit gesundheitsgefährdenden Pestiziden auszurotten soll so hinfällig werden.

Freund oder Feind – die Software darf noch dazulernen.

Um zu verhindern, dass nützliche Insekten, wie Bienen, von den Drohnen angegriffen werden ist Indoor Drone Solutions aktuell nur nachtaktiv. Nützlinge sind nachts nicht unterwegs und geraten so nicht unter den Radar. Das System soll aber in absehbarer Zeit rund um die Uhr aktiv sein, weshalb PATS daran arbeitet das Kamerasystem intelligenter werden zu lassen. Es soll befähigt werden alle Insekten voneinander zu unterscheiden.

Die Minidrohnen sind nicht von PATS konzipiert. Zwei verschiedene Drohnenhersteller arbeiten mit dem niederländischen Unternehmen zusammen, was ihnen Zugang zu den neusten Entwicklungen autonomer Minidrohnen verschafft. Diese sind dann mit dem von Ihnen entwickelten autonomen System gekoppelt.

Auf der Fruit Logistica zeigt PATS beide einsatzfähigen Drohnentypen. Foto: Ronja Dörr

Anwendung findet PATS Frühwarnsystem zur Schädlingsbekämpfung momentan in Gewächshäusern. Die Drohnen werden schon in der Schnittblumenproduktion eingesetzt. Interessant für die Präsentation auf der Fruit Logistica: Das kompliziertere Manövrieren in Gewächshäusern in denen Früchte und Gemüse wachsen ist schon in Arbeit und soll bald realisierbar sein.

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