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Fraunhofer IIS – das MP3- Format erfunden im Herzen Frankens

Das berühmte MP-3 Format entwickelte ein zwanzig-köpfiges Team Ende der 80er Jahre mitten in Franken. Ziel des Projekts war es, das Datenvolumen der Musikdateien so gering wie möglich zu halten, zugleich aber keinerlei Qualitätsverlust zu haben. Matthias Rose, Leiter von Marketing und Kommunikation im Bereich Audio und Multimedia, erklärte den Technikjournalismus-Studenten die Entstehung und Entwicklung des Musikformats.

Ende der 70er Jahre hatte die Friedrich- Alexander-Universität (FAU) die Idee, Musiksignale über Telefonleitungen zu übertragen. Dadurch entstand eine Kooperation mit dem Fraunhofer IIS, da der Gründungsdirektor des Instituts, Dieter Seitzer, damals Dozent an der Universität war. Das Kernteam aus sechs Elektroingenieuren hatte mit Hilfe von 14 weiteren Wissenschaftlern 1987 erste Erfolge mit dem LC-ATC-Codec (Low Complexity Adaptive Transform Coding). Dieser Algorithmus, integriert in einem Gerät, konnte Musik sowohl codieren als auch decodieren. Da die Rechenleistungen der damaligen Computer kein Vergleich zu heute waren, war diese Box ein „enormer Fortschritt und vereinfachte die Arbeit“ so Rose. Dieser Algorithmus war zwar ein Meilenstein, aber von dem heutigen mp3-Format noch ein weites Stück entfernt. Bereits ein Jahr später entwickelte das Fraunhofer IIS in Erlangen den OCF-Algorithmus (Optimum coding in the frequency- Algorithmus). Dieser gilt als „Vorvater des mp3-Formats“ äußerte Rose. Es war zum ersten Mal möglich, Musik mit 128 kBit/s zu übertragen, was eines der Ziele war. Nachdem sich dann aber 1991 die Firma Thomson, die Universität Hannover und der amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T dem Fraunhofer IIS anschlossen und zusammenarbeiteten, entstand ASPEC (Adaptive Spectral Perceptual Entropy Coding). Dieser Code hatte die höchste Codierungseffiziens bis zu diesem Zeitpunkt und war der Türöffner zur Moving Picture Experts Group (MPEG). In dieser Gruppe arbeiteten 14 Unternehmen, Institute bzw. Einrichtungen zusammen, um das mp3- Format zu entwickeln. ASPEC, das Ergebnis vom Fraunhofer IIS, bildete die Basis für den sogenannten Audio-Layer 3, aus dem dann das mp3-Format entstand. Dieses wurde 1992 in den ersten Haushalten verwendet und hatte letztendlich 1998 mit dem ersten mp3-Player, MPMan F10, seinen Durchbruch. „Es war und ist ein unglaubliches Gefühl und macht uns nach wie vor stolz, dieses weltweit benutzte Format entwickelt zu haben!“, meinte Rose abschließend.

Maxime Werner 

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