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Edipeel – die Revolution der Lebensmittelverschwendung

Das US Start-Up Apeel revolutioniert die Welt mit einer essbaren Beschichtung für Früchte, um sie damit länger haltbar zu machen. Plastikverpackungen oder der Einsatz von chemischen Pestiziden ist damit nicht mehr notwendig.

„Wir nutzen Lebensmittel um Lebensmittel haltbar zu machen“ , so erklärt der Wissenschaftler und Materialforscher James Rogers seine revolutionäre Erfindung, wie süddeutsche.de berichtet . Anfang des Jahres hat er Edipeel auf der Messe Fruit Logistica in Berlin vorgestellt. Edipeel ist ein Spray, das die Lebensdauer von Früchten und Obst verdoppelt – ganz ohne Kühlung. Dadurch wird die Verschwendung von Lebensmitteln drastisch gekürzt. „Das Interesse war riesig. Anbau, Lagerung und Transport von Lebensmitteln kostet viel Geld“ , laut Rogers. Weiterhin heißt es, in Europa sei das Problem noch größer, der Kontinent sei schließlich weit weg von den großen Erzeugerregionen.

Edipeel verspricht die Welt zu verändern.
Edipeel verspricht die Welt zu verändern. Foto: Nicole Sladek

Die Innovation für eine gesunde Ernährung

Rogers, der Gründer des Start-Ups Apeel Sciences, setzt sich bewusst für die Umwelt und gegen die Lebensmittelverschwendung ein. Laut ihm verdirbt jedes dritte Produkt bevor wir es überhaupt essen können. Sein Ziel: Für alle Menschen auf der Welt mehr Essen zu schaffen. Edipeel ermöglicht es, die Lebensmittel nach der Ernte so zu behandeln, dass sie ein optimales Mikroklima im Inneren entwickeln um länger haltbar zu bleiben und gleichzeitig die Qualität zu steigern. Die Lebensdauer und Transportfähigkeit wird verlängert. Außerdem verbessert es den Geschmack und die Frische.

Edipeel löst Probleme wie, Hungersnot und Lebensmittelverschwendung.
Edipeel löst Probleme wie, Hungersnot und Lebensmittelverschwendung. Foto: Nicole Sladek

Das Spray besteht aus rein pflanzlichen Fetten, gewonnen aus Schalen, Samen oder Fruchtfleisch von alltäglichen Gemüse- und Obstsorten. Durch einen chemischen Prozess entsteht dabei ein Pulver, das mit Wasser vermischt wird. Das Produkt ist problemlos verzehrbar, da es rein pflanzlich ist. Zudem ist es farblos, geruchs- und geschmacksneutral. Obwohl es beschrieben wird, wie eine Art Wachsschicht, lässt es sich nicht ertasten. Jede Obst- oder Gemüsesorte hat ihr eigenes, angepasstes Spray. So ist die Mischung für Zitrusfrüchte anders als für Erdbeeren oder Avocados.

Nie wieder Chemie auf Früchten

Edipeel wird nach der Ernte aufgesprüht. Dadurch wird die eigene natürliche Abwehrkraft der Pflanzen gegenüber Stressfaktoren, Bakterien und Pilzen verstärkt. Obst oder Gemüse verdirbt, weil Wasser und Kohlendioxid aus der Frucht austreten und von außen Sauerstoff eintritt. Das Spray verzögert diesen Prozess enorm, indem es eine Art Barriere errichtet und somit die Feuchtigkeit einschließt.

Vor allem Bauern müssen weniger auf chemische Pestizide zurückzugreifen. Außerdem wird auch vermieden, dass die Frucht vor ihrer vollendeten Reife geerntet werden muss. Obst und Gemüse wird beim Transport unter idealen Bedingungen gekühlt. Laut Rogers kostet die Kühlung aber sehr viel Geld und kann schlussendlich im Supermarkt nicht aufrechterhalten werden. „Die Verluste sind gigantisch“ , so Rogers in einem Interview mit der New York Times. „Eine Blaubeere hält sich nach der Ernte noch etwa 30 bis 40 Tage. Wenn sie schon drei Wochen unterwegs ist von Chile bis nach New York und dann noch ein paar Tage im Supermarkt liegt, dann ist sie fast schon schlecht, wenn der Kunde sie mit nach Hause nimmt.“ Die Supermärkte sind aufgrund der hohen Verluste frustriert und sehr daran interessiert, dass die Zulieferer etwas an der Haltbarkeit ändern können.

James Roger glaubt an eine Revolution.
James Roger glaubt an eine Revolution. Foto: Nicole Sladek

Während das Essen verdirbt oder weggeworfen wird, hungern gleichzeitig 815 Millionen Menschen, elf Prozent der Weltbevölkerung, Tendenz steigend. Deshalb sind Investoren wie Andreessen Horowitz oder die Stiftung von Bill und Melinda Gates bereits überzeugt und haben zu den 42 Millionen Dollar Startkapital beigetragen. Im Moment prüft die europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit den Stoff und entscheidet, ob diese Technik auch in der Europäischen Union (EU) zugelassen wird.

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