Toggle Navigation

Spargel: Wieso riecht der Urin nach dem Essen so speziell?

Spargel ist nicht nur bei Gemüseverehrern beliebt, auch viele Fleischesser mögen das entwässernde und angeblich potenzsteigernde Gemüse gern als Beilage auf ihrem Teller.Zur Frühlingszeit können viele kaum genug davon bekommen, denn frisch schmeckt der Spargel um einiges besser als eingekocht oder aufgetaut. Wer den König unter dem Gemüse gerne genießt, sollte diese Zeit auskosten, denn ab dem Johannistag, dem 24. Juni, gibt’s den frischen Spargel bis zum nächsten Frühjahr nur noch als Fertigprodukt zu kaufen.

Sauce Hollandaise ist eine Sauce, die perfekt zum Spargelgeschmack passt. Sie besteht aus Butter, Eigelb, Zitrone und Salz. (Foto: Karoline Grimm).
Sauce Hollandaise passt perfekt zum Spargelgeschmack. Sie besteht aus Butter, Eigelb, Zitrone und Salz. Diese Zutaten sind sozusagen des Spargels beste Freunde. (Foto: Karoline Grimm)

Der beißende Geruch hat eine einfache Ursache

Das einzige, was Feinschmecker an dem leckeren Gemüse stören könnte, ist der Toilettengang nach dem Spargelgenuss. Der Urin riecht beißend, fast schon schwefelig. Bei einem mehr, bei anderen weniger oder auch gar nicht. Doch warum leiden manche unter dieser müffelnden Angelegenheit und woher kommt der Geruch?

Neben neunzig Prozent Wasser enthält Spargel Asparagusinsäure (nicht zu verwechseln mit Asparaginsäure), mit der sich die Pflanze selbst gegen Bakterienbefall schützt. Im menschlichen Körper wird diese Säure selbst hergestellt, ein Mangel ist sehr selten, daher scheidet der Körper deren Abbauprodukte komplett wieder aus. Nachdem der Mensch das Gemüse verspeist hat, verstoffwechselt der Körper die Schwefelverbindung. Bei der Verdauung entstehen die besagten Abbauprodukte, die einen strengen Eigengeruch hervorrufen. Was genau bei der Verstoffwechselung passiert und welche Stoffe nun für den Geruch des Urins verantwortlich sind, ist noch unerforscht.

Zwei Gen-Mutationen verhindern den Geruch

Sicher ist allerdings, dass diesen speziellen Geruch nicht jeder wahrnehmen kann. Basierend auf die Gen-Mutation eines Geruchsrezeptors bemerken diese Menschen den eigenen “Gemüsegestank“ nicht. Sie werden höchsten von weniger diskreten Toilettennachbarn darauf hingewiesen. Außerdem gibt es Menschen, deren Körper den Geruch gar nicht produziert. Sogar der Mehrheit fehlt ein bestimmtes Enzym, das dass die Aspargusinsäure abbaut. Glück gehabt.

Wer beim Kochen etwas Zitronensäure zum Spargel gibt, hat gute Chancen, dass das Gemüse seine Bitterstoffe verliert. Auch eine Prise Zucker kann den unerwünschten bitteren Geschmack dämpfen. (Foto: Karoline Grimm)
Wer beim Kochen etwas Zitronensäure ins Salzwasser gibt, hat gute Chancen, dass das Gemüse seine Bitterstoffe verliert. Auch eine Prise Zucker kann den unerwünschten bitteren Geschmack dämpfen. (Foto: Karoline Grimm)

Trotz des Geruchs auf dem stillen Örtchen bleibt der Spargel der König unter dem Gemüse. Keine andere Pflanze kommt dem Geschmack des Bedecktsamers gleich. Ob weißer, grüner oder Meeresspargel, womöglich keiner möchte, trotz der Unannehmlichkeiten, auf so eine gesunde Köstlichkeit verzichten.

Über den Autor

Karoline Grimm

Karoline Grimm

Filmen, Texten, Cutten: das ist, was mir Spaß macht – und es ist mein Job. Auch Fotografieren gehört nicht nur zu meiner journalistischen Ausbildung, es ist ebenso mein Hobby. Bevor ich meine Bestimmung im Studiengang “Technikjournalismus/Technik-PR” gefunden habe, wusste ich nicht wohin mit meiner Aufgeschlossenheit und Neugier. Auf diesem Blog kann ich mich entfalten und meiner Passion zu Essen, Trinken und deren Bezug zur Technik nachgehen.

Meine Artikel:

Kommentiere