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	<title>Getränke Archive - befootec</title>
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	<description>Beverage, Food, Technology</description>
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	<title>Getränke Archive - befootec</title>
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		<title>Der Ernährungscheck: Warum Pulverprodukte kein  Ersatz für echte Lebensmittel sind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2025 11:39:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Getränke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alexander Römer ist ein zertifizierter Ernährungsberater (DGE) mit Sitz in Nürnberg. Er hat einen Bachelor- und Masterabschluss in Ernährungsökonomie sowie Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaften. Während seiner beruflichen Laufbahn sammelte er Erfahrungen in verschiedenen Bereichen, unter anderem in der Lebensmittelindustrie, Systemgastronomie und in der Beratung von Personen mit Essstörung. Seit 2023 arbeitet er als selbstständiger Ernährungsberater und [&#8230;]</p>
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<p><strong><em>Alexander Römer ist ein zertifizierter Ernährungsberater (DGE) mit Sitz in Nürnberg. Er hat einen Bachelor- und Masterabschluss in Ernährungsökonomie sowie Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaften. Während seiner beruflichen Laufbahn sammelte er Erfahrungen in verschiedenen Bereichen, unter anderem in der Lebensmittelindustrie, Systemgastronomie und in der Beratung von Personen mit Essstörung. Seit 2023 arbeitet er als selbstständiger Ernährungsberater und bietet dabei individuelle Ernährungsberatung und -therapie, betriebliche Gesundheitsförderung sowie Referenten- und Dozententätigkeiten an. Er möchte Menschen helfen, ihre Ernährung ausgewogen zu gestalten und ihr Wohlbefinden zu fördern. Im Gespräch mit befootec gibt Alexander Römer wertvolle Einblicke, welche Elemente für eine gesunde Ernährung essenziell sind und erklärt welche Rolle Pulverprodukte dabei spielen.</em></strong></p>



<p class="has-text-align-right">Interview von Madeleine Wandelt </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1440" height="1080" src="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Ernaehrungsberatung_Nuernberg_Alexander_Roemer_02-1536x1152-1-1440x1080.jpg" alt="" class="wp-image-13270" srcset="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Ernaehrungsberatung_Nuernberg_Alexander_Roemer_02-1536x1152-1-1440x1080.jpg 1440w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Ernaehrungsberatung_Nuernberg_Alexander_Roemer_02-1536x1152-1-300x225.jpg 300w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Ernaehrungsberatung_Nuernberg_Alexander_Roemer_02-1536x1152-1-768x576.jpg 768w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Ernaehrungsberatung_Nuernberg_Alexander_Roemer_02-1536x1152-1-1000x750.jpg 1000w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Ernaehrungsberatung_Nuernberg_Alexander_Roemer_02-1536x1152-1-24x18.jpg 24w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Ernaehrungsberatung_Nuernberg_Alexander_Roemer_02-1536x1152-1-36x27.jpg 36w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Ernaehrungsberatung_Nuernberg_Alexander_Roemer_02-1536x1152-1-48x36.jpg 48w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Ernaehrungsberatung_Nuernberg_Alexander_Roemer_02-1536x1152-1.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1440px) 100vw, 1440px" /><figcaption class="wp-element-caption">Alexander Römer, Credits: Alexander Römer</figcaption></figure>



<p><em><strong>Madeleine Wandelt: Herr Römer, was sind denn aus Ihrer Sicht grundlegende Prinzipien einer ausgewogenen und gesunden Ernährung?</strong></em></p>



<p>Alexander Römer: Eine ausgewogene Ernährung basiert auf ein paar einfachen Grundsätzen: Ausreichend trinken, anderthalb Liter, möglichst Wasser, idealerweise Kalorien frei. Wenig Alkohol oder gar kein Alkohol. Auch ein hoher Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln ist essenziell. Obst und Gemüse gehören täglich auf den Teller &#8211; sowohl roh als auch zubereitet. Getreideprodukte sind eine gute Energiequelle, wobei Vollkorn bevorzugt werden sollte, da mehr Ballaststoffe und Nährstoffe enthalten sind. Generell gilt: Viel Pflanzliches, wenig Tierisches.</p>



<p><em><strong>Madeleine Wandelt: Sie haben betont, wie wichtig frische und unverarbeitete Lebensmittel für eine gesunde Ernährung sind. Gleichzeitig wächst der Trend zu schnellen, fertigen Lebensmitteln –<br />insbesondere Pulverprodukte werden immer populärer. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein?</strong></em></p>



<p>Alexander Römer: Der Markt für Pulverprodukte hat sich in den letzten Jahren sehr verändert und ist sehr unübersichtlich geworden. Man findet diese Produkte mittlerweile überall im Einzelhandel, einiges wird aber auch nur exklusiv online verkauft. Es fehlen klare Abgrenzungen, was genau dazugehört und welche Untermärkte es gibt. Insgesamt befindet sich dieser Bereich noch im Entstehen und ist bisher kaum reguliert.</p>



<p><em><strong>Wie bewerten Sie solche Pulverprodukte als ganze Mahlzeit aus gesundheitlicher Sicht?</strong></em></p>



<p>Aus gesundheitlicher Sicht empfehle ich so etwas selten und sehe Pulverprodukte eher kritisch. Sie können zwar in speziellen Situationen sinnvoll sein, aber generell fehlt ihnen der Mehrwert klassischer Lebensmittel. Denn auf die ist unser Organismus, sowohl was die<br /> Verdauung als auch den Stoffwechsel angeht, eingestellt und nicht auf stark verarbeitete Produkte. Bei Pulverprodukten oder generell stark verarbeiteter Nahrungsmitteln gehen oft wichtige Inhaltstoffe, wie bspw. die Zellstruktur und auch Nährstoffe verloren. Gleichzeitig wird Zucker, leichter verfügbar gemacht, was definitiv nicht positiv ist. Im Großen und Ganzen sehe ich Pulverprodukte als eine suboptimale Alternative.</p>



<p><em><strong>Ist es in der heutigen Zeit überhaupt realistisch, sich ausschließlich von Rohkost oder natürlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse oder unveränderten Produkten zu ernähren?</strong></em></p>



<p>Nein, das muss man auch nicht. Es ist in der heutigen Zeit kaum realistisch, sich ausschließlich von naturbelassenen Lebensmitteln wie Rohkost, Obst oder Gemüse zu ernähren. Natürliche Lebensmittel – wobei ich den Begriff ‚natürlich‘ nicht so gerne verwende, da er oft<br />missverstanden wird – müssen nicht direkt aus der Natur stammen oder unverändert sein. Oft handelt es sich um gezüchtete Nutzpflanzen, die auch konventionell angebaut werden. Es geht dabei um eine Vielfalt an Lebensmitteln und nicht nur um Rohkost. Natürlich greifen wir im Alltag auch oft auf hochverarbeitete Lebensmittel zurück. Das ist an sich auch nicht problematisch, solange es in einem ausgewogenem Verhältnis bleibt. Ich will das auch gar nicht zu sehr verteufeln aber aus gesundheitlicher Sicht sind einfach wenig verarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreide und einfache Grundprodukte besser und sollten den Großteil unserer Ernährung ausmachen.</p>



<p><em><strong>Warum greifen dennoch so viele Menschen zu diesen Produkten?</strong></em></p>



<p>Ein entscheidender Faktor ist die Zeit. Unsere Lebensumstände haben sich stark verändert – alles muss schnell gehen, und viele haben weder die Zeit noch die Lust, selbst zu kochen. Pulverprodukte bieten eine bequeme, einfache und schnelle Lösung. Hinzu kommt, dass der Markt stark von Werbung beeinflusst wird, die solche Lösungen verspricht. Das spricht vor allem junge Menschen an, die Wert auf Effizienz und Nachhaltigkeit legen.</p>



<p><em><strong>Was sind Ihrer Meinung nach die größten Schwächen von Pulverprodukten?</strong></em></p>



<p>Zum einen ist der Verarbeitungsgrad ein Problem. Je höher ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto mehr geht verloren – nicht nur an Nährstoffen, sondern auch an wichtigen sekundären Pflanzenstoffen. Es fehlt oft der <a href="https://natuerlich.thieme.de/therapieverfahren/ernaehrung/detail/gutes-kauen-gewichtskontrolle-durch-kauverhalten-909">Kauvorgang</a>, der für unsere Verdauung und das Hungergefühl wichtig ist. Viele Produkte enthalten außerdem zu viel Zucker sowie Süß- und Zusatzstoffe.</p>



<p><em><strong>Welche Gefahren sehen Sie bei der unregulierten Einnahme von Pulvern die zur Nahrungsergänzung dienen?</strong></em></p>



<p>Zum einen besteht bei der unregulierten Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln besteht das Risiko einer Überdosierung, vor allem bei fettlöslichen Vitaminen wie A, D, E und K. Diese werden im Körper gespeichert und können gesundheitsschädlich sein. Eine Überdosierung von Vitamin D kann beispielsweise zu schweren Leberschäden führen. Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist aus meiner Sicht unzureichend reguliert. Viele frei verkäufliche Produkte überschreiten nicht nur die tägliche Zufuhrempfehlung, sondern<br />teilweise sogar die toxische Dosis, was ernsthafte gesundheitliche Risiken birgt. Daher sollte die Einnahme solcher Produkte immer ärztlich begleitet und auf Basis einer vorherigen Blutuntersuchung erfolgen.<br />Zum anderen sehe ich die Gefahr, dass ausgewogene Ernährung durch solche Produkte vernachlässigt wird. Naturbelassende, möglichst unverarbeitete Lebensmittel sollten immer die Basis bilden. Pulverprodukte können das nicht ersetzten, sondern höchstens ergänzen.</p>



<p><em><strong>Gibt es Empfehlungen, worauf Verbraucher achten sollten, wenn sie solche Produkte in ihre Ernährung einbauen wollen?</strong></em></p>



<p>Verbraucher sollten immer die Zutatenliste und die Nährwerte genau prüfen. Kritisch sind hoher Zucker- oder Süßstoffgehalt und viele Zusatzstoffe. Besser sind Produkte mit Ballaststoffen und hochwertigen Proteinquellen. Bei pflanzlichen Eiweißpulvern ist es wichtig, dass verschiedene Eiweiß-Quellen kombiniert werden, um alle essenziellen Aminosäuren abzudecken. Dafür sind meist mehrere Produkte nötig. Das gelingt zum Beispiel durch die Zunahme von Nüssen oder Getreide.</p>



<p><em><strong>Wie bewerten Sie die Zukunft von Pulverprodukten?</strong></em></p>



<p>Ich denke, dieser Markt wird weiter wachsen, vor allem, weil er auf die Bedürfnisse moderner Verbraucher eingeht. Dennoch sehe ich langfristig die Gefahr, dass natürliche Lebensmittel zunehmend verdrängt werden. Es ist wichtig, Verbraucher frühzeitig besser aufzuklären und gesetzliche Vorgaben zu verbessern, um die Risiken zu minimieren und die Transparenz zu erhöhen.</p>
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		<title>Nachhaltiger Kick! &#8211; Wach werden &#038; Welt retten durch achtsamen Kaffeekonsum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fiona Schrafl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2025 15:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bioökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Getränke]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Trinken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Feature von Fiona Schrafl „Kaffee dehydriert den Körper nicht. Ich wäre sonst schon Staub.” Mit diesem Zitat spricht Franz Kafka humorvoll eine Wahrheit an: Für viele ist Kaffee mehr als ein Getränk. Ein tägliches Ritual um den Tag zu überstehen. Koffein macht wacher, leistungsfähiger und fitter. Dabei stellt sich die Frage: Was kostet der [&#8230;]</p>
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<p class="has-text-align-right">Ein Feature von Fiona Schrafl</p>



<p>„Kaffee dehydriert den Körper nicht. Ich wäre sonst schon Staub.” Mit diesem Zitat spricht Franz Kafka humorvoll eine Wahrheit an: Für viele ist Kaffee mehr als ein Getränk. Ein tägliches Ritual um den Tag zu überstehen. Koffein macht wacher, leistungsfähiger und fitter. Dabei stellt sich die Frage:  Was kostet der morgendliche Wachmacher unserer Umwelt und Gesundheit? Die Kehrseite des Kaffeekonsums ist nicht so leicht verdaulich wie der erste Schluck am Morgen, denn Kaffeekonsum hat einige Schattenseiten, die es zu beleuchten gilt: vom Wasserverbrauch beim Anbau bis hin zum CO2-Abdruck.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zahlen, die wachrütteln</h2>



<p>Seit über 20 Jahren ist Kaffee das beliebteste Getränk der Deutschen. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von durchschnittlich 164 Litern zählt Deutschland fast konstant zu den Top 10 der weltweit meisten Kaffeetrinker. An der Spitze stehen durchweg skandinavische Länder, allen voran Finnland. Umso besser, dass explizit dort an nachhaltigeren Alternativen geforscht wird. Laut des jährlichen Reports <a href="https://www.brandeins.de/corporate-services/projekte/kaffee-in-zahlen/kaffeereport-2024">„Kaffee in Zahlen“</a> von Statista, Tchibo und brand eins Wissen, trinken die Deutschen im Durchschnitt drei bis vier Tassen Kaffee täglich. Weltweit sind es Schätzungen zufolge über zwei Milliarden. Dabei stecken in einer einzigen Tasse bereits 140 Liter <a href="https://badw.de/fileadmin/pub/akademieAktuell/2014/50/0314_07_Hahn_V06.pdf">virtuelles Wasser</a>. Dieser Begriff stammt vom britischen Wissenschaftler John Anthony Allan und beschreibt die Wassermenge, die zur Herstellung eines Produkts benötigt wird und somit „unsichtbar“ im Endprodukt enthalten ist. </p>



<p>Das Nutzen von Wasser ist per se nicht schädlich &#8211; weder für Mensch noch für Umwelt. Aber: „Die Auswirkungen des Exports von virtuellem Wasser hängen von regionalen Klimabedingungen und Produktionstechnologien in dem jeweiligen Erzeugerland ab“ , bestätigt eine Studie des WWF. Beispielsweise sei Brasilien, als Land mit der höchsten Menge an Anbau und Export von Kaffee, generell ein wasserreiches Land, habe aber ein enormes Problem mit Wasserverschmutzung und entsprechenden Folgen. Besonders problematisch ist die Nassverarbeitung von Kaffee, bei der die Kaffeebohnen mit Hilfe von Wasser von ihrem Fruchtfleisch getrennt werden, was zum einen viel Wasser verschlingt, und zum andern stark verschmutztes Abwasser hinterlässt, das klimaschädliches Methan freisetzt.</p>



<p>Der <a href="https://www.davidpublisher.com/Public/uploads/Contribute/55d17d4c702dc.pdf">CO₂-Fußabdruck</a> für 1 kg ungeröstete Bohnen liegt bei 4,82 kg CO₂-Äquivalenten &#8211; eine Maßeinheit, die die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase auf die Wirkung von Kohlenstoffdioxid (CO₂) umrechnet. Von diesen Treibhausgasemissionen entfallen 58 % auf den Anbau, vor allem durch den Einsatz von Düngemitteln, die erhebliche Mengen an Lachgas freisetzen, das 298-mal klimaschädlicher ist als CO₂. Die Zubereitung verursacht mit 30 % den zweitgrößten Anteil, was auch Konsumenten alarmieren sollte. Überraschend ist, dass der weite Weg einer Kaffeebohne inklusive Röstprozess und Verpackung nur etwa 12 % ausmacht &#8211; umso wichtiger: eine Revolution im Anbau.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aufbruch im Anbau </h2>



<p>Diese Revolution lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: Mehr Schatten, weniger Wasser. Wie der Name schon verrät, sind Robusta-Bohnen widerstandsfähige Kaffeepflanzen, die 30–40 % des globalen Kaffeeanbaus ausmachen. Diese Bohnen werden vor allem in niederschlagsarmen und warmen Tieflandregionen angebaut. Sie sind die bitteren, koffeinhaltigeren „Schwestern” der bekannten Arabica-Bohnen und müssen häufig künstlich bewässert werden. Schattenbäume können die Notwendigkeit von Bewässerung verringern, da sie die Verdunstung reduzieren. Durch Mischkulturen verbessert sich zudem die Bodenqualität und die Biodiversität mit mehr Insekten, die als natürliche Schädlingsbekämpfer dienen.</p>



<p>Um eine effizientere Wassernutzung zu ermöglichen, können Techniken wie Tröpfchenbewässerung und der Einsatz von smarten Technologien unterstützen. Regenwasser kann zudem gesammelt und aufbereitet werden. Das immer wiederkehrende Problem, an dem der Einsatz scheitert ist jedoch der Preis.</p>



<p>Rund <a href="https://www.fao.org/markets-and-trade/commodities-overview/beverages/coffee/en#:~:text=Coffee%20is%20the%20most%20widely,80%20percent%20of%20world%20output.">25 Millionen landwirtschaftliche Haushalte</a> sind für 80% der globalen Kaffeeproduktion verantwortlich. Niedrige Kaffeepreise, wovon auch nur ein geringer Teil bei den Erzeugern ankommt bestimmen den Einsatz von Technik oder andere aufwändige Maßnahmen. Der Kaffeepreis war 2024 und 2025 so hoch wie lange nicht mehr, gleichzeitig steigen die Kosten für Arbeitskräfte, Düngermittel und Pestizide. Der Mangel an finanziellen Mitteln und die zunehmende Bedeutung des Nachhaltigkeitsaspekts setzen kleine Kaffeebauern weiter unter Druck. Weil erwachsene Arbeitskräfte zu teuer sind, müssen oft auch Kinder Kaffeebohnen pflücken. Im Kaffeeanbau würden Kinder weniger ausgebeutet als im Kakaoanbau, trotzdem seien Berichte über Missbrauch zahlreich. Es ist daher umso wichtiger, diesen Kindern eine sichere Lebensgrundlage und Einkommensquelle zu schaffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von Fairtrade bis Bio: Zertifikate im Kaffeehandel</h2>



<p>Gemeinnützige Organisationen und Unternehmen unterstützen durch ihre Projekte die Kaffeefarmer. Sie vermitteln Wissen, pflanzen Bäume, setzten Standards. Zahlreiche Zertifizierungsstellen versprechen den Bauern, bei Einhaltung aller vorgegebener Kriterien, eine Prämie. Beim Fairtrade-Siegel ist dieser Wert fest, bei der <a href="https://befootec.de/rainforest-alliance-zertifiziert-doch-was-bedeutet-das-peter-lerch-im-interview/">Rainforest Alliance</a> zum Beispiel nicht, sondern marktgetrieben. Unabhängige Zertifizierungen und ihre Projekte fördern den Verzicht auf Pestizide und gewährleisten den Arbeitsschutz. Um sicherzustellen, dass die Anforderungen tatsächlich eingehalten werden, „unterliegt das System einem mehrstufigen Überwachungsprozess. Zusätzlich müssen zertifizierte Betriebe umfassende Dokumentationen vorlegen, um ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen nachzuweisen“, erklärt Dilara Celik von der 4C Association. Diese Initiative legt mit ihrem 4C &#8211; Common Code for the Coffee Community &#8211; Kodex die Basis für “Kaffee aus einer verantwortungsvoll geführten Lieferkette. Durch eine speziell entwickelte Lösung ermögliche 4C die Rückverfolgbarkeit von Kaffee bis zur Feldkoordinate, sodass nachgewiesen werden könne, dass er nicht aus entwaldeten Gebieten stammt. Damit biete 4C eine verlässliche Orientierung für alle, die nachhaltigen Kaffee kaufen möchten. Zertifizierungen bieten eine Orientierung. Ein Produkt kann auch ohne teure Zertifizierung gut für die Umwelt sein. Matthias Heyder, Geschäftsführer der Nürnberger Rösterei „Rösttrommel“ empfiehlt beim Einkauf den Händler direkt über die Herkunft des Produktes und den dortigen Umständen zu fragen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Kaffeegeschmack ohne Weltreise</h2>



<p>Während der Caro-Getreide-Kaffee bereits in den 1950er Jahren als günstigere Kaffee- Variante eingeführt wurde, argumentieren moderne Start-Ups mit dem Nachhaltigkeitsvorteil regionaler Zutaten: Zichorienwurzel, Roggen, Hafer, und Lupinen. Onno Franse, zuständig für Forschung und Entwicklung beim niederländischen Unternehmen „Northern Wonder“ berichtet von ihren Anfängen: „Zwei Jahre brauchten wir, um all die möglichen alternativen Zutaten zu evaluieren. Wir haben uns hunderte verschiedene Samen, Beeren, Blüten, Wurzeln und Getreide angesehen, geröstet und ungeröstet, und jeweils ein sensuelles Profil erstellt.“ [übersetzt] Das Vergleichen des jeweiligen Geschmacks, Geruchs, der Textur und visuellen Wahrnehmung zielte darauf ab, ein Profil zu entwickeln, das dem des traditionellen Kaffees am nächsten kommt. Am Ende ihrer von Franse bezeichneten „botanischen Reise“, veröffentlichte Northern Wonder einen Mix aus Lupine, Kichererbse, Gerstenmalz und Zichorie. Feige und schwarze Johannisbeere spenden zusätzliches Aroma. Während man beim Kauf von Northern Wonder zwischen einer koffeinhaltigen und koffeinfreien Version entscheiden kann, setzt „Loffee“ aus Stuttgart komplett auf die von Natur aus koffeinfreie Lupine. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="721" height="1080" src="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Bild-7_Loffee_credits-Loffee-721x1080.jpeg" alt="" class="wp-image-13260" srcset="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Bild-7_Loffee_credits-Loffee-721x1080.jpeg 721w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Bild-7_Loffee_credits-Loffee-200x300.jpeg 200w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Bild-7_Loffee_credits-Loffee-scaled.jpeg 1708w" sizes="(max-width: 721px) 100vw, 721px" /><figcaption class="wp-element-caption"><br />Lupinenkaffee aus Stuttgart &#8211; Foto: Loffee</figcaption></figure>



<p>„Die Möglichkeit, künstliches Koffein zuzugeben, besteht, allerdings möchten wir keine Verwirrung bei unseren Kund*innen schaffen. Unser Produkt ist von Natur aus koffeinfrei, dies soll nicht durch ein weiteres Produkt verwässert werden“, bekräftigt Klara Riedlinger, Loffee-Brand Managerin. „Gerade bei Koffein ist es so, wie bei den meisten Lebensmitteln &#8211; die Dosis macht&#8217;s. In geringen Dosen profitiert man überwiegend von den Wirkungen &#8211; ab einer gewissen Dosis kehren sich die Wirkungen eher um. Die Grenze ist dabei individuell, von Mensch zu Mensch verschieden“ , so Diplom-Oecotrophologin Birgit Warnecke. Die beiden Loffee-Gründer Jan Fladung und Simon Raab lösen mit Ihrem Produkt auch ein Nachaltigkeitsproblem.  Ihre Lupinen stammen zu 100% aus deutschem, biologischen Anbau. „Ab 2025 bauen endlich Landwirte direkt für uns die Lupinen an, was sowohl uns als auch den Landwirten Planungssicherheit gibt“, ergänzt Raab. Der Röstprozess von Lupinen unterscheidet sich zum Röstprozess von Kaffeebohnen vor allem hinsichtlich Dauer und Verschleiß. „Die Mühle nutzt etwas schneller ab, da Lupinen härter sind als Kaffee“, erläutert Raab. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Revolution im Labor </h2>



<p>Unter der Leitung von Dr. Heiko Rischer entwickelte ein Team des VTT Technical Research Centre of Finland einen zellulären Kaffee, der im Bioreaktor wächst, anstatt auf weit entfernten Plantagen. „In unserem Fall haben wir mit Arabica-Kaffee gearbeitet“, erklärt Rischer, „Der Prozess beginnt mit der Sterilisation der Pflanzenteile, um mikrobielle Kontamination zu vermeiden. Anschließend werden diese auf ein &#8211; ebenfalls &#8211; steriles Nährmedium gesetzt, das aus Zucker und verschiedenen Mineralien &#8211; Salzen &#8211; besteht. Anders als traditionelle Kaffeepflanzen betreiben die Zellen keine Photosynthese, daher wird ihnen Zucker als Energieträger zugeführt. Im dunklen Stahltank des Bioreaktors entstehen dann Zellklumpen, die zu einer Zellsuspension weiterverarbeitet und in immer größeren Volumen skaliert werden können – bis zu 1000 Liter Biomasse sind möglich. Anders als tierische Zellen sind pflanzliche nach Aussage von Rischer „unsterblich“ und können über Jahre hinweg kultiviert werden, ohne erneut Pflanzenmaterial zu benötigen. Um den entstandenen Zellbrei als „Kaffee“ trinken zu können, muss er noch getrocknet und geröstet werden. Jedoch ist das Rösten von Pulver weitaus schwieriger als bei einer Bohne, denn laut dem Experten wirke die Bohne selbst wie ein kleiner Reaktor und behält somit die Aromastoffe. Im großen Stil möchten die Forscher nicht produzieren und auch nicht als Anbieter auf dem Markt anbieten: &#8222;Uns als Organisation geht es hauptsächlich darum, Impact zu erzeugen. Sprich, wenn letzten Endes die Industrie die Ideen aufnimmt und sie umsetzt, tatsächlich Produkte entwickelt, dann ist unsere Mission erfüllt.“  <a href="https://befootec.de/burger-und-steak-aus-der-petrischale/">Laborfleisch</a> wurde bereits akzeptiert und wird konsumiert, kleine Umfragen von Rischer deuten ebenfalls auf vielversprechendes Potential von Laborkaffee. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="2560" height="1708" src="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Bild-8_Coffee-cell-cultures_credits-Vesa-Kippola-scaled.jpg" alt="" class="wp-image-13262" srcset="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Bild-8_Coffee-cell-cultures_credits-Vesa-Kippola-scaled.jpg 2560w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/Bild-8_Coffee-cell-cultures_credits-Vesa-Kippola-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption class="wp-element-caption"><br />Laborkaffee entsteht &#8211; Foto: Vesa Kippola</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Wertschöpfungskette-Ende: Der Konsument</h2>



<p>Wer letztlich über die komplette Existenz eines Produkts entscheidet, egal ob Kaffeebohne, Getreide, Zelle oder auch allen Dingen außerhalb des Lebensmittelbereichs: der Konsument. Wenn wir keine nachhaltigen Produkte kaufen, haben diese keinen positiven Einfluss auf die Umwelt, denn dann wird der Prozess angewandt, der günstiger ist, das getrunken, was besser schmeckt und der Baum gefällt, der einer Kaffeepflanze im Weg steht. </p>



<p>Schon beim Kauf des Rohprodukts legen wir den Grundstein &#8211; kennen wir die Herkunft, was sind die Inhaltsstoffe oder trägt das Produkt ein Siegel? Gefolgt von der Wahl einer umweltfreundlichen <a href="https://www.dghev.de/fileadmin/user_upload/HUW_19_2019_Kompalla_Oekobilanz.pdf">Zubereitung</a> und entsprechender Entsorgung anfallender Abfälle &#8211;<a href="https://befootec.de/kaffeesatz-mehr-als-biomuell/">Kafeesatz</a>, Alukapseln,  recycelfähige Kaffeemaschine &#8211; haben wir ein Drittel des CO₂- Fußabdrucks selbst in der <a href="https://befootec.de/to-go-im-mehrwegbecher/">Hand</a>. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://befootec.de/nachhaltiger-kick-wach-werden-welt-retten-durch-achtsamen-kaffeekonsum/">Nachhaltiger Kick! &#8211; Wach werden &#038; Welt retten durch achtsamen Kaffeekonsum</a> erschien zuerst auf <a href="https://befootec.de">befootec</a>.</p>
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		<title>Zero-Genuss – Zuckerloser Zungenschmaus</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2025 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Getränke]]></category>
		<category><![CDATA[Aspatam]]></category>
		<category><![CDATA[Stevia]]></category>
		<category><![CDATA[Süßungsmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Trinken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fast 125 Liter zuckerhaltige Softdrinks konsumieren die Deutschen pro Jahr. Das ist beinahe eine gefüllte Badewanne. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen Limonaden, gefolgt von Cola und Cola- Mischgetränken – wohlgemerkt in der &#8222;normalen&#8220; Version mit vollem Zuckergehalt. In der Regel enthält Cola etwa 10,6 g Zucker pro 100 ml. Eine 0,5l Flasche enthält demnach [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Fast 125 Liter zuckerhaltige Softdrinks konsumieren die Deutschen pro Jahr. Das ist beinahe eine gefüllte Badewanne. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen Limonaden, gefolgt von Cola und Cola- Mischgetränken – wohlgemerkt in der &#8222;normalen&#8220; Version mit vollem Zuckergehalt. In der Regel enthält Cola etwa 10,6 g Zucker pro 100 ml. Eine 0,5l Flasche enthält demnach mehr als 50 g Zucker, also über 12 Teelöffel. Eine einzige Dose Cola in dieser Größe ist laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung also bereits mehr als die tägliche Zuckermenge eines Erwachsenen.</em></p>



<p class="has-text-align-right">Ein Beitrag von<strong> Annika Schüller</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Stoppt den Zuckerschock – Zeit für eine Zuckersteuer?</strong></h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="810" height="1080" src="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/6e6ff341-2256-447b-aea9-81c1516759dd-810x1080.jpeg" alt="" class="wp-image-13239" style="width:339px;height:auto" srcset="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/6e6ff341-2256-447b-aea9-81c1516759dd-810x1080.jpeg 810w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/6e6ff341-2256-447b-aea9-81c1516759dd-225x300.jpeg 225w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/6e6ff341-2256-447b-aea9-81c1516759dd-768x1024.jpeg 768w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/6e6ff341-2256-447b-aea9-81c1516759dd-1152x1536.jpeg 1152w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/6e6ff341-2256-447b-aea9-81c1516759dd-1000x1333.jpeg 1000w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/6e6ff341-2256-447b-aea9-81c1516759dd-18x24.jpeg 18w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/6e6ff341-2256-447b-aea9-81c1516759dd-27x36.jpeg 27w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/6e6ff341-2256-447b-aea9-81c1516759dd-36x48.jpeg 36w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/6e6ff341-2256-447b-aea9-81c1516759dd.jpeg 1200w" sizes="(max-width: 810px) 100vw, 810px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Annika Schüller</figcaption></figure></div>


<p>In einigen Ländern wie Belgien, Finnland und Frankreich gibt es sie bereits, in Deutschland wird noch diskutiert: die Zuckersteuer. Im Gespräch war bereits eine gestaffelte Abgabe von 21 bis 27 Cent pro Liter, sobald in 100 ml Getränk mehr als fünf Gramm Zucker enthalten sind. In Großbritannien sei die Steuer hilfreich, sagt Ernährungsexpertin Mhairi Brown, Sprecherin der Organisation „Action on Sugar“, eine britische Wohltätigkeitsorganisation, die darauf abzielt, den Zuckerkonsum in der Bevölkerung zu reduzieren. „Sie stellt für die Getränkehersteller einen großen Anreiz dar, den Zuckergehalt zu reduzieren, um die Steuer zu vermeiden.“ Auch die WHO empfiehlt eine 20-prozentige Zuckersteuer – sie könnte 240.000 Fälle von Typ-2-Diabetes verhindern und 16 Milliarden Euro an Kosten einsparen, davon vier Milliarden im Gesundheitssystem. </p>



<p>Doch während die einen fordern, warnen Gegner vor finanziellen Belastungen für Verbraucher. Die Debatte ist jedoch vielschichtiger als bloße Kostenfragen: Bundesländer wie Brandenburg und Bremen fordern die Bundesregierung auf, eine Zuckersteuer für Erfrischungsgetränke zu prüfen, da freiwillige Reduktionsversuche der Industrie bislang nicht ausreichen. Wissenschaftliche Studien sollen belegen, dass eine Steuer gesundheitliche Vorteile bringt – doch genau hier setzen die Gegner an. Britische Untersuchungen zeigten lediglich einen minimalen Rückgang der Adipositasfälle bei Kindern, während andere Studien methodische Schwächen aufweisen. Während weiter diskutiert wird, bleibt die Frage: Würde eine Zuckersteuer wirklich für schlankere Bürger diskutiert oder nur für leichtere Geldbörsen?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zuckerfreie Alternativen: Von der Idee zum fertigen Produkt</strong></h2>



<p>Bereits 1952 kam die sogenannte „No-Cal-Soda“-Limonade auf den Markt, welche ursprünglich für Diabetiker entwickelt wurde. Heute boomt der Fitnessmarkt: Einige Anbieter werben mit zuckerfreiem Sirup zum Anmischen mit Wasser.</p>



<p>Doch was genau bedeutet „Zero“?<br />„Es wird bei Zero-Getränken immer von Süßstoffgetränken gesprochen, das ist aber so nicht korrekt“, erklärt Roland Kerpes, Arbeitsgruppenleiter der Getränke- und Getreidebiotechnologie an der Technischen Universität München. Konsumierende, die vollständig auf Zucker verzichten möchten, sollten sich bewusst sein, dass der Begriff „Zero Sugar“ lediglich garantiert, dass pro 100 Milliliter Getränk maximal 0,5 Gramm Zucker enthalten sind. Zudem dürfen bei Produkten mit der Kennzeichnung „Zero“ pro 100 Milliliter maximal 4 Kalorien, also etwa 1 g Zucker, enthalten sein. Der vollständige Verzicht auf Zucker ist damit nicht zwingend gewährleistet.</p>



<p>Der Herstellungsprozess von Zero-Getränken verläuft grundsätzlich ähnlich wie bei klassischen Getränken. Ein Zero-Getränk sieht seinem zuckerhaltigen Pendant täuschend ähnlich – doch hinter der Rezeptur steckt viel Wissenschaft. „Die Kunst liegt darin, eine angenehme Süße zu erzielen“, erklärt Roland Kerpes. Dabei spielen Geschmack, Stabilität und Kosten eine entscheidende Rolle. Süßungsmittel sind das Herzstück der Zero-Getränke. Doch die Wahl des richtigen Süßungsmittels ist knifflig. „Wir kombinieren verschiedene Süßungsmittel, um die Nachteile einzelner Stoffe auszugleichen“, so Roland Kerpes. In Deutschland dominieren&nbsp;Acesulfam-K, Aspartam, Saccharin, Sucralose und Cyclamat&nbsp;– synthetische Süßstoffe, die durch chemische Prozesse entstehen.&nbsp;Stevia&nbsp;gilt als natürliche Alternative, wird aber ebenfalls industriell verarbeitet.</p>



<p>Ein häufiges Problem sind <em>Off-Flavors</em> – unerwünschte Geschmacksabweichungen. Roland Kerpes sagt: „Cyclamat kann zum Beispiel ab einer gewissen Konzentration einen metallischen Nachgeschmack hinterlassen.“ Diese Fehlnoten entstehen durch chemische Reaktionen oder Umwelteinflüsse. Interessanterweise gibt es Menschen, die diesen Geschmack sogar bevorzugen: „Manche trinken bewusst Cola Light oder mit Süßstoff gesüßten Kaffee, weil sie diesen metallischen Nachgeschmack gewohnt sind und angenehm finden“, erklärt&nbsp;Prof. Dr. Ralf Schweiggert, Institutsleiter für Getränkeforschung an der Hochschule Geisenheim.</p>



<p class="has-background" style="background-color:#d9f6ec"><strong>Schon gewusst?</strong><br />Ein interessanter Exkurs zu Limonaden: Enthält eine Zitronenlimonade echten Zitronensaft, darf eine aufgeschnittene Frucht auf der Verpackung dargestellt werden. Besteht der Geschmack jedoch ausschließlich aus Zitronenaroma – was geschmacklich kaum auffällt –, darf nur eine ganze, geschlossene Frucht abgebildet werden.</p>



<p>Die Forschung entwickelt stetig neue Süßstoffe, doch deren Markteintritt ist schwierig. „Ohne E-Nummer kein Einsatz im Getränk“, erklärt Kerpes.<a href="https://www.lebensmittelverband.de/de/lebensmittel/inhaltsstoffe/zusatzstoffe/liste-lebensmittelzusatzstoffe-e-nummern"> E-Nummern</a> sind Codes für zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe in der Europäischen Union. Der bürokratische Prozess ist teuer und langwierig – und stoppt viele Innovationen, bevor sie überhaupt in Getränken landen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gesunde Süße aus der Natur – Diskussionen um Stevia</strong></h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="718" height="1080" src="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/388305cf-3d4e-4737-86e4-5aaa11a7ffb8-718x1080.jpeg" alt="" class="wp-image-13241" style="width:260px;height:auto" srcset="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/388305cf-3d4e-4737-86e4-5aaa11a7ffb8-718x1080.jpeg 718w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/388305cf-3d4e-4737-86e4-5aaa11a7ffb8-199x300.jpeg 199w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/388305cf-3d4e-4737-86e4-5aaa11a7ffb8-768x1156.jpeg 768w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/388305cf-3d4e-4737-86e4-5aaa11a7ffb8-1020x1536.jpeg 1020w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/388305cf-3d4e-4737-86e4-5aaa11a7ffb8-1000x1505.jpeg 1000w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/388305cf-3d4e-4737-86e4-5aaa11a7ffb8-16x24.jpeg 16w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/388305cf-3d4e-4737-86e4-5aaa11a7ffb8-24x36.jpeg 24w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/388305cf-3d4e-4737-86e4-5aaa11a7ffb8-32x48.jpeg 32w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/11/388305cf-3d4e-4737-86e4-5aaa11a7ffb8.jpeg 1063w" sizes="(max-width: 718px) 100vw, 718px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blätter der Steviaplfanze Foto: Designed by Freepik</figcaption></figure></div>


<p>Steviablätter gelten in der EU als sogenanntes <em>Novel Food</em> und dürfen, mit Ausnahme von Tees, nicht als Lebensmittel verwendet werden. <em>Novel Food</em> bezeichnet Lebensmittel oder Zutaten, die in der EU vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang für den menschlichen Verzehr verwendet wurden und daher einer besonderen Sicherheitsprüfung und Zulassung bedürfen. Stattdessen werden aus der Pflanze durch ein mehrstufiges chemisches Verfahren Steviolglycosidegewonnen, die gesetzliche Reinheitsanforderungen erfüllen müssen. Trotz ihres pflanzlichen Ursprungs haben sie mit Natürlichkeit nicht mehr viel zu tun. Anfangs wurde Stevia als gesunde Zuckeralternative gefeiert – ein Hoffnungsträger im Kampf gegen Diabetes und übermäßigen Zuckerkonsum. Doch die Realität sieht anders aus: Zwar liefert der Süßstoff keine Kalorien, doch sein lakritzartiger Beigeschmack und die langsam einsetzende Süße machen ihn als Zuckerersatz nur bedingt tauglich. Deshalb wird Stevia meist mit anderen Süßstoffen wie Sucralose, Acesulfam-K oder Aspartam kombiniert.</p>



<p>Während Steviablätter in Lebensmitteln&nbsp;nicht zugelassen&nbsp;sind, umgehen Händler die Vorschriften kreativ: Im Internet, Reformhäusern und Naturkostläden werden sie als kosmetische Mittel, Badezusätze oder einfach als Steviakraut verkauft – oft zusammen mit Stevia-Kochbüchern, um einen Zusammenhang mit Lebensmitteln zu sugerrieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was bedeutet das für Verbraucher*innen?</strong></h2>



<p>Wer Stevia nutzt, sollte die empfohlene Höchstmenge von&nbsp;4 mg pro Kilogramm Körpergewicht&nbsp;nicht überschreiten. Zudem sind Steviolglycoside oft teurer als Zucker oder andere Süßstoffe, ihr langer Transportweg belastet das Klima, und nicht zuletzt fördert ihr Einsatz die Gewöhnung an süßen Geschmack – ganz ohne Kalorien, aber nicht ohne Folgen.</p>



<p>„Der Süßstoff hat einen sogenannten&nbsp;<em>Afterglow</em>, das heißt, Süßrezeptoren glühen lange nach“, erklärt&nbsp;Ralf Schweiggert. Das sei unnatürlich. Der süße Geschmack bleibe noch auf der Zunge, obwohl das Getränk bereits geschluckt wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Geschmack entsteht nicht nur auf der Zunge“</strong></h2>



<p>Mit diesem Slogan wirbt die Marke&nbsp;Air-Up. Hierbei handelt es sich um ein innovatives Trinksystem, das Wasser durch Duft aromatisiert, ohne dem Wasser selbst Zusätze beizumischen. Aufsetzbare Pods enthalten Duftstoffe. Dem Gehirn des Konsumenten wird also vorgetäuscht, Wasser mit Geschmack zu trinken. Jessica Freiherr, Ernährungswissenschaftlerin an der FAU Erlangen, erklärt: „Auf der Zunge schmecken wir nur süß, sauer, salzig, bitter und umami.“&nbsp;<em>Umami</em>&nbsp;ist ein japanisches Wort, das auf Deutsch so viel wie „köstlich“ bedeutet. Es gilt neben dem süßen, sauren, salzigen und bitteren Geschmack als fünfte Geschmacksrichtung. Alle anderen Eindrücke werden durch das Riechen gewonnen. „Kaffeeeindruck wird beispielsweise über die Nase vermittelt. Es gibt also keinen Kaffeegeschmack, es gibt nur Kaffeegeruch“, sagt Jessica Freiherr.</p>



<p>Air-Up nutzt setzt bei seinen Produkten auf das Prinzip des&nbsp;<em>retronasalen Riechens.</em> Dieses erfolgt aus dem Mundraum, während <em>orthonasales Riechen</em> durch die Nase geschieht. „Beim Kauen oder Trinken strömt die Luft aus dem Mund über das Gaumensegel in den Nasenrachenraum, wo Aromen erneut wahrgenommen werden. Dadurch wird alles, was sich im Mund befindet, nicht nur geschmeckt, sondern auch gerochen“, erklärt Jessica Freiherr. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte schätzen, dass rund 90 Prozent der Sinneseindrücke während des Essens ausschließlich von Geruchssignalen stammen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Null Zucker, volle Gesundheit? Experten klären auf!</strong></h2>



<p>Auf die Frage, ob Zero-Getränke gesundheitsschädlich sind, gibt es kein konkretes „Ja“ oder „Nein“. „Grundsätzlich ist der Zuckerkonsum in Deutschland wahnsinnig hoch, die Deutschen werden dick und krank“, warnt&nbsp;Roland Kerpes. Bis 2020 ist der Großteil des klassischen Zuckers noch in die Getränkeindustrie geflossen. Mittlerweile sieht man aufgrund dieser Zuckerreduktionsstrategien ein Rückgang. Zero-Getränke bilden eine signifikante Nische, die sich wachsendem Zuwachs und auch Umsatz erfreut. Experten raten jedoch ab, Kinder schon in jungem Alter an süße Getränke zu gewöhnen.</p>



<p>&nbsp;„Vor dem&nbsp;Sport&nbsp;kann ein zuckerhaltiges Getränk sogar sinnvoll sein“, so Fabian Kölbel, Ernährungsberater. Zugeführte Energie kann sofort verstoffwechselt werden. Schaut man sich jedoch die Gesamtbevölkerung an, wird eines schnell klar: Flüssige Kalorien haben einen erheblichen Einfluss auf die tägliche Energieaufnahme. „Ich würde trotzdem immer zu Alternativen wie Tees greifen oder das Wasser beispielsweise mit Zitrone, Ingwer oder Beeren aufpeppen“, empfiehlt Fabian Kölbel.</p>



<p>„Aspartam ist einer der bestuntersuchten Lebensmittelzusatzstoffe und laut EU sowie der Europäischen Lebensmittelbehörde sicher“, so&nbsp;Ralf Schweiggert. Zwar hat die&nbsp;Weltgesundheitsorganisation &nbsp;den Stoff 2023 als „möglich krebserregend“ eingestuft, doch diese Bewertung basiert auf extrem hohen Mengen innerhalb kürzester Zeit in Tierversuchen – weit entfernt von der tatsächlichen Aufnahme durch den Menschen. „Wer täglich eine Diet Coke trinkt, nimmt nur eine winzige Menge auf – völlig unbedenklich“, erklärt der Experte. Das Problem: Solche Studienergebnisse werden oft verkürzt dargestellt, was zu Panikmache führt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Süße Zukunft?</strong></h2>



<p>Seit Mai 2024 erlaubt die Europäische Union nun auch die Herstellung von&nbsp;zuckerfreien und zuckerreduzierten Fruchtsäften. Künftig wird es möglich sein, den Zucker aus Fruchtsäften wie Orangensaft zu entfernen. Diese Technologie war bisher nicht zulässig. Doch nun wird die Möglichkeit, den Zucker zu extrahieren, aktiv erforscht. Durch Verfahren wie&nbsp;enzymatische Spaltung und Membranfiltration&nbsp;können Hersteller den Zuckergehalt senken, ohne den natürlichen Geschmack stark zu verändern. „Wir arbeiten intensiv an diesem Thema und entwickeln im Rahmen von Forschungsprojekten, speziell im Bereich Zero-Produkte, Getränke, die weniger Zucker enthalten, aber trotzdem gut schmecken – eine Herausforderung, denn der Geschmack muss natürlich genauso überzeugen“, erklärt&nbsp;Ralf Schweiggert.</p>
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		<title>Rainforest-Alliance-zertifiziert! Doch was bedeutet das? Peter Lerch im Interview</title>
		<link>https://befootec.de/rainforest-alliance-zertifiziert-doch-was-bedeutet-das-peter-lerch-im-interview/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fiona Schrafl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2025 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bioökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Getränke]]></category>
		<category><![CDATA[Biobauern]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Trinken]]></category>
		<category><![CDATA[Zertifikat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Peter Lerch ist Kaffeeexperte, Qualitätsprüfer und seit 2022 als Kundenbetreuer für die Rainforest Alliance im DACH-Raum tätig. Die 1987 gegründete gemeinnützige Organisation setzt sich für den Schutz des Regenwaldes ein, um die Folgen der Klimakrise abzumildern – eine Aufgabe, die letztlich die gesamte Menschheit betrifft. Im Gespräch mit befootec gibt Peter Lerch Einblicke in seine [&#8230;]</p>
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<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" src="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-2_Peter-Lerch_credits-Foto-Optik-Grau.jpg" alt="" class="wp-image-13217 size-full"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p><strong>Peter Lerch ist Kaffeeexperte, Qualitätsprüfer und seit 2022 als Kundenbetreuer für die Rainforest Alliance im DACH-Raum tätig. Die 1987 gegründete gemeinnützige Organisation setzt sich für den Schutz des Regenwaldes ein, um die Folgen der Klimakrise abzumildern – eine Aufgabe, die letztlich die gesamte Menschheit betrifft. Im Gespräch mit <em>befootec</em> gibt Peter Lerch Einblicke in seine Arbeit sowie die Projekte der Organisation und erklärt, wie Nachhaltigkeitssiegel sowohl der Umwelt als auch den Menschen zugutekommen. </strong></p>
</div></div>



<p><em><strong>Wie sieht die Arbeit von Nachhaltigkeitsorganisationen in der Praxis aus?</strong></em></p>



<p>Lerch: Als größte von der Rainforest Alliance zertifizierte Kaffeeplantage in Costa Rica ist <em>Aquiares</em> ein gutes Beispiel, mit der wir seit 20 Jahren zusammenarbeiten. Dort wurde in nachhaltige Landwirtschaft investiert und mehr als 50.000 Bäume gepflanzt – mit dem Ergebnis, dass sich nicht nur die Kaffeequalität und die Erträge verbessern, sondern auch das gesamte Ökosystem. Über 100 Vogelarten wurden hier noch nie gesichtet, bevor <em>Aquiares</em> die Zusammenarbeit mit unserer Organisation aufnahm. Solche Projekte zeigen, dass langfristige Nachhaltigkeit funktioniert.</p>



<p><em><strong>Nach außen sichtbar ist explizit das Frosch-Siegel. Was bedeutet Rainforest-Alliance-zertifizierter Kaffee?</strong></em></p>



<p>Lerch: Das Siegel steht für nachhaltig angebauten Kaffee, der sowohl&nbsp;ökologische und soziale als auch wirtschaftliche Standards erfüllt. Als Symbol für unser Siegel haben wir den Rotaugenlaubfrosch gewählt, weil Frösche Bioindikatoren sind &#8211; eine gesunde Froschpopulation weist auf ein gesundes Ökosystem hin. Insgesamt sind es über 150 Kriterien, die eine Kaffeefarm für eine Zertifizierung erfüllen muss. Beispielkriterien sind: das Verbot von Entwaldung, Wasserschutz, faire Arbeitsbedingungen, Schulungen für Bauern und der Zugang zu besseren Märkten. Es geht aber nicht nur um ein Logo, sondern um langfristige Verbesserungen.</p>



<p><em><strong>Wie verläuft der konkrete Weg einer Zertifizierung?</strong></em></p>



<p>Lerch: Farmen oder Kooperativen melden sich bei unserem Programm an und erhalten Schulungen zu nachhaltigen Anbaumethoden. Danach folgt eine umfassende Betriebsbewertung. Externe, unabhängige Auditoren überprüfen schließlich vor Ort, ob die Farm unsere Kriterien erfüllt. Das Audit dauert in der Regel mehrere Tage und findet jährlich statt. Werden alle Standards eingehalten, erhält die Farm das Zertifikat – zunächst für drei Jahre, aber mit jährlicher Kontrolle. Werden Verstöße festgestellt, muss die Farm nachbessern oder verliert die Zertifizierung.</p>



<p><em><strong>Wie stellen Sie unabhängige Kontrollen sicher?</strong></em></p>



<p>Lerch: Die Auditoren sind zertifiziert und prüfen nicht nur in unserem Auftrag. Alle zertifizierten Farmen und Unternehmen werden jährlich von diesen unabhängigen Stellen auditiert. Zusätzlich zu den regelmäßigen Audits führt jede Zertifizierungsstelle bei 10% ihres Portfolios unangekündigte Audits durch. Besonders sensibel kontrolliert werden die Themen Landnutzung und Entwaldung, Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit sowie der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln – Verstöße führen zur Aberkennung der Zertifizierung. Dank neuer Technologien wie Satellitenbildern und digitalen Risikobewertungen&nbsp;können wir die Einhaltung der Standards noch genauer überwachen.</p>



<p><em><strong>Inwiefern profitieren Kaffeebauern von der Zertifizierung?</strong></em></p>



<p>Lerch: Neben besseren Umwelt- und Arbeitsstandards erhalten zertifizierte Betriebe einen Preisaufschlag auf ihren Kaffee, den sogenannten Nachhaltigkeitszuschlag. Dieser liegt derzeit bei etwa 200 US-Dollar pro Tonne – ist aber nicht festgelegt, sondern marktgetrieben. Wichtiger als das Geld ist für viele Bauern jedoch das verbesserte Farmmanagement. Sie lernen in unseren Schulungen, nachhaltiger und klimabewusster zu wirtschaften, Ressourcen effizienter zu nutzen und wettbewerbsfähig zu bleiben. </p>



<p><em><strong>Welche Optionen gibt es zur finanziellen Unterstützung bei einer Zertifizierung? </strong></em></p>



<p>Lerch: Die Rainforest Alliance selbst finanziert keine Zertifizierungen und Farmen, aber wir helfen,&nbsp;Kooperativen mit Händlern und Röstern&nbsp;zu vernetzen, die Zertifizierungen unterstützen. Viele große Röster möchten nachhaltigeren Kaffee kaufen und übernehmen oft die Kosten für eine Zertifizierung. Zudem arbeiten wir mit Banken und NGOs zusammen, um Finanzierungsmöglichkeiten zu schaffen. Wir setzen uns auch dafür ein, dass Kleinbauern Zugang zu Krediten erhalten, um nachhaltiger wirtschaften zu können.</p>



<p><em><strong>Was unterscheidet die Rainforest-Alliance-Zertifizierung vom Fairtrade-Siegel?</strong></em></p>



<p>Lerch: Grundsätzlich setzen beide auf soziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Fairtrade fördert faire Arbeitsbedingungen, existenzsichernde Löhne und Gemeinschaftsprojekte durch eine zusätzliche, festgelegte Prämie. Die Rainforest Alliance hingegen, legt mehr Fokus auf Umwelt- und Klimaschutz sowie nachhaltige Anbaumethoden. Auch hier gibt es eine Prämie, allerdings ist diese nicht festgelegt, sondern marktabhängig. Viele Produzenten sind für beide Zertifizierungen qualifiziert, da sie sich ergänzen. Welche besser passt, hängt von den Marktanforderungen der Händler und Konsumenten ab.</p>



<p><em><strong>Warum stehen große Konzerne wie Nestlé oft in der Kritik, obwohl sie mit Ihnen zusammenarbeiten?</strong></em></p>



<p>Lerch: Große Konzerne wie Nestlé stehen als globale Akteure besonders stark im Fokus der Öffentlichkeit. Der kritischen Diskussionen um sie sind wir uns bewusst und nehmen diese ernst. Deshalb stellen wir durch unabhängige Audits, Transparenz und klaren Anforderungen sicher, dass Nachhaltigkeitsversprechen nicht nur Worte bleiben, sondern in messbare Fortschritte umgesetzt werden. Unsere Rolle ist es, Unternehmen in die Verantwortung zu nehmen, strenge Standards durchzusetzen und kontinuierliche Verbesserungen im sozialen, ökonomischen und ökologischen Bereich zu fördern und zu fordern. Unsere langjährige Partnerschaft mit Initiativen wie dem Nescafé Plan und dem Nespresso AAA Sustainable Quality<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/14.0.0/72x72/2122.png" alt="™" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Program basiert auf der Überzeugung, dass echter Wandel nur durch aktive Zusammenarbeit erreicht werden kann.</p>



<p><em><strong>Was sind die größten Herausforderungen in Ihrer Arbeit?<br /></strong></em></p>



<p>Lerch: Eine der größten Herausforderungen ist, Nachhaltigkeit im großen Stil umzusetzen, ohne die Kleinbauern zu überfordern. Regulierungen wie das Entwaldungsgesetz oder Lieferkettengesetze schaffen neue Anforderungen, die wir in unsere Standards integrieren müssen. Gleichzeitig dürfen die Kosten für die Bauern nicht zu hoch werden. Kaffee ist sehr wetterabhängig. Steigende Temperaturen und Wetterextreme zwingen Bauern dazu, höher gelegene Anbauflächen zu erschließen oder widerstandsfähigere Kaffeesorten zu nutzen. Wir unterstützen sie dabei, etwa durch Agroforstsysteme, die Schatten und Feuchtigkeit spenden, und nachhaltige Bodenbewirtschaftung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1626" height="1080" src="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-3_Kaffeekirschen_credits-Rainforest-Alliance-1-1626x1080.jpg" alt="" class="wp-image-13223" srcset="https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-3_Kaffeekirschen_credits-Rainforest-Alliance-1-1626x1080.jpg 1626w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-3_Kaffeekirschen_credits-Rainforest-Alliance-1-300x199.jpg 300w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-3_Kaffeekirschen_credits-Rainforest-Alliance-1-768x510.jpg 768w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-3_Kaffeekirschen_credits-Rainforest-Alliance-1-1536x1020.jpg 1536w, https://befootec.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-3_Kaffeekirschen_credits-Rainforest-Alliance-1-2048x1360.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1626px) 100vw, 1626px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kaffeekirschen Credits: Rainforest Alliance</figcaption></figure>



<p><br /><strong><em>Bei Ihren Reisen und Projekten erleben Sie das Leben und Arbeiten in Ländern des Kaffeegürtels hautnah. Sind die Bedingungen dort für Farmer tatsächlich so schlecht, wie oftmals öffentlich berichtet wird?</em></strong></p>



<p>Lerch: Das hängt stark vom Land ab. Brasilien und Vietnam dominieren den Weltmarkt, sind aber hoch industrialisiert. Costa Rica verfolgt ein einzigartiges Modell, bei dem alle Beteiligten, vom Bauern bis zum Exporteur, am Gewinn beteiligt werden. Die letzten Jahre waren für viele Bauern hart, vor allem wegen niedriger Preise. Heute sind die Preise für Rohkaffee historisch hoch, was vielen Farmern hilft. Aber das Problem bleibt, dass Kaffeeanbau oft wenig profitabel, anstrenngend und unsicher ist. Besonders bedroht ist Kaffee durch den Klimawandel. Studien zeigen, dass bis 2050 bis zu 50 % der Anbauflächen verloren gehen könnten. Deshalb müssen wir nachhaltige Methoden fördern, um die Zukunft des Kaffees zu sichern.</p>



<p><strong><em><a href="https://www.diw.de/de/diw_01.c.608371.de/publikationen/wochenberichte/2018_48_1/soziale_nachhaltigkeitssiegel__versprechen_und_realitaet_am_beispiel_von_fairtrade-kaffee.html)">Zertifizierungen stehen immer wieder in der Kritik</a>, nur minimale Standards zu setzen. Die Rainforest Alliance bekennt auch öffentlich, nur einzelne Schritte zu einer „besseren Welt“ beitragen zu können. Wie reagieren Sie auf diese Kritik?</em></strong></p>



<p>Lerch: Nachhaltigkeit ist ein Prozess, die Klimakrise ein globales Problem, demnach ist ein positiver Wandel nur möglich, wenn wir alle gemeinsam handeln. Das versucht die Rainforest Alliance immer wieder publik zu machen. Eine unserer Kampagnen folgt dem Leitspruch: „Pessimism is out – We‘re all in.“ Das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IDzigy6MYYE&amp;t=6s">Video</a> dazu symbolisiert, Nachhaltigkeitssiegel bieten den Menschen Orientierung, doch der entscheidende Schritt ist das Bewusstsein. Bewusst sein, dass es wirklich nötig ist, etwas zu tun. Unternehmen müssen nachhaltiger wirtschaften, Regierungen klare Regeln setzen und wir Verbraucher können nachhaltigere Produkte wählen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://befootec.de/rainforest-alliance-zertifiziert-doch-was-bedeutet-das-peter-lerch-im-interview/">Rainforest-Alliance-zertifiziert! Doch was bedeutet das? Peter Lerch im Interview</a> erschien zuerst auf <a href="https://befootec.de">befootec</a>.</p>
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		<title>Die „Technik“ hinter unserem Lieblingsgetränk</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2025 09:19:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Getränke]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Geträneindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Trinken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Gastbeitrag von Annika Schüller Ob Zero-Getränk, Limonade, Bier oder Fruchtsaft – hinter jedem Getränk steckt ein komplexer Herstellungsprozess, der Präzision und technologisches Know-how erfordert. Wolfgang Utz, akademischer Direktor am Henriette Schmidt-Burkhardt Lehrstuhl für Lebensmittelchemie an der FAU Erlangen, erklärt, welche Prozesse nötig sind, um Getränke sicher, haltbar und geschmacklich optimal herzustellen. Wie werden aus [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://befootec.de/die-technik-hinter-unserem-lieblingsgetraenk/">Die „Technik“ hinter unserem Lieblingsgetränk</a> erschien zuerst auf <a href="https://befootec.de">befootec</a>.</p>
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<p class="has-text-align-right">Ein Gastbeitrag von Annika Schüller</p>



<p><em>Ob Zero-Getränk, Limonade, Bier oder Fruchtsaft – hinter jedem Getränk steckt ein komplexer Herstellungsprozess, der Präzision und technologisches Know-how erfordert. Wolfgang Utz, akademischer Direktor am Henriette Schmidt-Burkhardt Lehrstuhl für Lebensmittelchemie an der FAU Erlangen, erklärt, welche Prozesse nötig sind, um Getränke sicher, haltbar und geschmacklich optimal herzustellen.</em></p>



<p><br /><strong>Wie werden aus einfachen Zutaten trinkfertige Getränke?<br /></strong>Ein Getränk setzt sich aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammen. Die einzelnen Komponenten müssen zunächst unter Zugabe von Wasser gemischt werden. Wasser enthält gelöste Gase, darunter Sauerstoff. Durch Anlegen eines Vakuums wird das Getränk entgast. Das Wasser wird über einen feinen Strahl in einen entlüfteten Tank geleitet. Verarmt man den Gasraum an Molekülen, so tritt mehr von dem Sauerstoff in den Gasraum, was eine entgaste Flüssigkeit zur Folge hat. Auf diese Weise werden unerwünschte Verfärbungen und Veränderungen des Getränkes verhindert. </p>



<p><strong>Kohlensäure verändert Geschmack und Textur von Getränken. Mineralwasser enthält oft von Natur aus Kohlensäure, meist wird sie jedoch zugesetzt. Wie funktioniert das?</strong><br />Anders als beim Sekt, bei dem die Kohlensäure durch eine natürliche Gärung innerhalb der Flasche oder eines Tanks entsteht, wird diese den meisten Getränken künstlich zugesetzt. Dazu wird Kohlensäure unter hohem Druck in die Flüssigkeit eingeleitet, sodass sie sich darin löst und für die gewünschte Spritzigkeit sorgt. CO2 ist ein inertes Gas, das kaum mit anderen Inhaltsstoffen reagiert und somit weder den Geschmack noch die Stabilität des Getränkes beeinflusst. Dieses Verfahren wird bei einer Vielzahl von Getränken angewendet, darunter Limonaden, Mineralwasser und Schaumweine, welche keine Flaschen- bzw. Tankgärung durchlaufen.</p>



<p><br /><strong>Wie wird ein Getränk haltbar gemacht?<br /></strong>Getränke werden meist durch Pasteurisierung haltbar gemacht – eine schonende Erhitzung, welche Mikroorganismen abtötet. Bei der Sterilisation, die mit höheren Temperaturen arbeitet, werden zusätzlich auch Bakteriensporen zerstört, wodurch das Getränk länger haltbar bleibt. Eine Zwischenlösung ist die Ultrahocherhitzung. Bei dieser kommen für kurze Zeit sehr hohe Temperaturen zum Einsatz, um Nährstoffe, wie Vitamin B1 in der Milch bestmöglich zu erhalten. Milch wird bei ca. 70 Grad für 20 Sekunden erhitzt, Säfte bei höheren Temperaturen für kürzere Zeit. Alternativ können Konservierungsstoffe zum Einsatz kommen, was jedoch meist vermieden wird. Die Konservierung hängt auch von der Abfüllmethode ab. Bei der Heißabfüllung wird das Getränk in heißem Zustand abgefüllt, wodurch sowohl das Getränk als auch die Flasche entkeimt werden. Der Nachteil: PET-Flaschen halten<br />Temperaturen über 70 Grad schlecht stand, sie werden weich und instabil. Bei der Kaltabfüllung wird das Getränk nach dem Pasteurisieren wieder heruntergekühlt und erst dann abgefüllt. Dafür muss die gesamte Abfüllanlage steril sein, einschließlich steriler Druckluft und keimfreier Flaschen. PET-Flaschen werden dazu oft mit Wasserstoffperoxid desinfiziert und anschließend mit sterilem Wasser ausgespült. Dieses Verfahren ist zwar sehr effektiv, aber auch aufwendig und teuer.</p>



<p><br /><strong>Welche Risiken bringt das Erhitzen mit sich?<br /></strong>Wenn Hitze einwirkt, können sich Inhaltsstoffe wie Aromastoffe oder Vitamine verändern.<br />Daher wird die Pasteurisierung so schonend wie möglich durchgeführt – idealerweise mit<br />niedrigen Temperaturen. Allerdings ist es oft vorteilhafter, für kurze Zeit höhere Temperaturen zu nutzen, statt das Getränk über längere Zeit mild zu erhitzen. Beim Erhitzen können zudem Aromastoffe in den Gasraum entweichen und verloren gehen. Um das zu verhindern, kühlt man den Gasraum gezielt ab, sodass sich die Aromastoffe wieder verflüssigen und dem Getränk erneut zugeführt werden können. Diese Technik kommt beispielsweise bei Orangensaft zum Einsatz. Da das Konzentrat direkt in den Erzeugerländern hergestellt wird, entzieht man zur einfacheren Lagerung und Transportreduzierung das<br />Wasser. Dieser Vorgang dauert lange und führt zum Verlust vieler Aromen, die dann durch Kondensation zurückgewonnen und bei der späteren Mischung wieder hinzugefügt werden. Neben Aromaverlust kann die Erhitzung auch zu chemischen Reaktionen führen, die das Getränk verfärben.</p>



<p><br /><strong>Gibt es neben dem Erhitzen noch andere Verfahren?<br /></strong>Ja, aber die meisten Alternativen sind entweder noch nicht weit genug entwickelt oder sehr teuer. Eine interessante Methode ist das sogenannte High Pressure Processing. Dabei werden Getränke hohem Druck ausgesetzt, wodurch die Zellen der Mikroorganismen zerstört werden – ganz ohne Erhitzung. Das schont den Geschmack und die Nährstoffe, doch die dafür nötigen Maschinen sind aufwendig und kostenintensiv. Eine weitere Möglichkeit sind elektrische Entladungen. Hier fließt das Getränk durch ein Rohrsystem und wird dabei gezielt elektrischen Impulsen ausgesetzt, welche die Bakterien abtöten. In einigen Ländern wird für Gewürze ionisierende Strahlung verwendet. Sie ist vergleichbar mit Sonnenstrahlung, wirkt sehr gezielt und hinterlässt kaum Spuren im Produkt. Dennoch wird diese Methode in Deutschland skeptisch betrachtet und kommt in der Getränkeindustrie nicht zum Einsatz.</p>



<p><br /><strong>Neben der Haltbarmachung ist der Schutz des fertigen Getränks nach der Abfüllung wichtig. Wie wird das Getränk vor Einflüssen wie Sauerstoff und Licht geschützt?</strong><br />Gerade Bier reagiert äußerst empfindlich auf Sauerstoff, weshalb eine sauerstofffreie Abfüllung essenziell ist. Damit kein Sauerstoff in die Flasche gelangt, sind Kronkorken für Bierflaschen oft mit einer speziellen Gummierung versehen, die sogenannte Scavenger enthält. Diese Stoffe binden Sauerstoff, falls er eindringen sollte, und bilden so eine effektive Gasbarriere. Je nach Verpackungsmaterial gibt es unterschiedliche Herausforderungen. Besonders bei Kunststoffflaschen lässt sich der Gasaustausch nicht vollständig verhindern, sodass mit der Zeit Sauerstoff eindringen und Kohlensäure entweichen kann. Eine innovative Lösung ist eine hauchdünne Glasschicht im Inneren der Flasche. Diese ist unsichtbar und kaum spürbar, verhindert aber effektiv den Austausch von Gasen mit der Außenwelt. Der Schutz vor Licht erfolgt nicht durch Erhitzung, sondern über das Verpackungsmaterial. So werden Milchflaschen beispielsweise aus Braunglas statt Klarglas gefertigt. Der Grund: Licht kann mit den Inhaltsstoffen reagieren und zu unerwünschten Veränderungen führen – ein Effekt, der auch bei anderen lichtempfindlichen Getränken berücksichtigt werden muss.</p>



<p><br /><strong>Wie entstehen die Flaschen?<br /></strong>Flaschen werden entweder von den Herstellern selbst produziert oder zugekauft. Der Herstellungsprozess ist dabei stark vom jeweils verwendeten Material abhängig. Bei PETFlaschen wird das Material erhitzt und im Spritzgussverfahren zu einer Preform geformt, wodurch das exakte Gewinde entsteht. Anschließend wird es mit Druckluft aufgeblasen. Moderne Produktionsanlagen koppeln diesen Prozess direkt mit der Abfüllung. Die Flaschen unterscheiden sich in der Stabilität: Modelle mit fünf Ausbuchtungen am Boden sind für kohlensäurehaltige Getränke geeignet, da sie mehr Druck aushalten. Flaschen mit flachem Boden werden, aufgrund geringerer Stabilität für stille Getränke genutzt. Mehrwegflaschen haben oft einen Champagnerboden, welcher sich leichter reinigen lässt. Bei Glasflaschen entsteht die Form aus einer heißen Sandschmelze und Flussmitteln. Das flüssige Glas tropft in eine erste Form, in der die Mündung definiert wird. Anschließend wird es in die Endform gebracht und mit Druckluft aufgeblasen. </p>




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