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Kraut als Kaffee-Ersatz

Koffein kennt jeder – es ist der Stoff im Kaffee, der uns wach macht. Die morgendliche Dosis Koffein ist für viele Menschen wichtig und essenziell, um einen guten Start in den Tag haben zu können. Dabei fanden Wissenschaftler bereits 1827 heraus, dass auch viele Teesorten Koffein enthalten. Den isolierten Inhaltsstoff nannten sie offiziell Tein. Aus chemischer Sicht sind Tein und Koffein absolut identisch, jedoch sind sie sich in ihrer Wirkung nur ähnlich.

Das Tein ist, anders als das Koffein, an verschiedene Stoffe gebunden und wird dadurch in seiner Wirkung gehemmt. Dies hat jedoch auch seine Vorteile. Während Kaffee schnell in das Herz-Kreislauf-System übergeht, wirkt das Tein bedeutend langsamer, aber auch deutlich länger.

Ein Ersatz für den morgendlichen Kaffee – schwarzer Tee. Quelle: Pixabay


Enthält Tee mehr Koffein als Kaffee?

Auf die Masse betrachtet enthält unserer Kaffee mehr Koffein als eine gewöhnliche Tasse Tee. Dies hat aber nur mit der Dosierung der Teeblätter zu tun. Für das Aufbrühen eines Tasse werden deutlich mehr Kaffeebohnen als Teeblätter benötigt. Das liegt daran, dass in einer Kaffeebohne nur ca. 1-2 % Koffein enthalten sind, wohingegen in Tee durschnittlich 2,5-4,5 % Tein enthalten sind. Die Menge an Tein in einer Tasse Tee kann durchaus variieren, da diese stark von der Ziehzeit abhängt. Die Wirkung von Tein nimmt in den ersten 3 Minuten zu, wobei sie in der dritten Minute am stärksten ist.


Tee als Munter- und Müdemacher

Ab der vierten Ziehminute wird es durch die Gerbstoffe oder Gerbsäuren gebunden und wird so in seiner Wirkung gehemmt und hat eine beruhigende Wirkung, macht den Tee dann aber auch bitterer. Deshalb die alte Weisheit: Nach drei Minuten anregend, nach fünf Minuten ziehen lassen wirkt er beruhigend.

v.l.n.r.: Früchte-, Schwarz- und Grüntee, wobei streng genommen Früchtetee gar kein Tee ist. Quelle: Pixabay


Die Koffeinbombe

Der Glaube, dass der Tein-Anteil von der Sorte abhängt, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Trotz geschmacklicher Unterschiede enthalten alle Schwarztees, Grüntees und weißen Tees im Durchschnitt ähnlich viel Tein. Der Grund dafür ist, dass alle diese Sorten von ein und derselben Pflanze abstammen ((bot. Camellia Sinensis) und sich nur in der späteren Weiterverarbeitung unterscheiden. Lediglich Kräuter- und Früchtetees enthalten kein Tein, was daran liegt, dass diese eigentlich fälschlicherweise als Tee bezeichnet werden, obwohl laut Definition nur Getränke, welche aus den Blättern, Knospen und Trieben der Teepflanze hergestellt werden, als solcher bezeichnet werden können.

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Constantin Litsche

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