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Brot ohne Mehl – eine echte Low Carb-Alternative?

Vielleicht hat der Chemielehrer den ein oder anderen in der Schulzeit damit gequält. Zu viel davon macht dick, aber es schmeckt und macht satt. Ob einfach, zweifach oder komplex, jeder isst sie täglich – die Kohlenhydrate. Manche können sich eine Ernährung ohne Süßigkeiten, Nudeln oder Brot nicht vorstellen, andere essen kaum etwas davon. Für diejenigen, die sich das tägliche Brot nicht wegdenken können, gibt es verschiedene Rezepte für Brot ohne Mehl.

Abnehmen – das wohl am öftesten geschriebene Wort auf den Listen für die Neujahrsvorsätze. In Fitnessstudios tummeln sich entschlossene Adonisse und Aphroditen um die letzten Weihnachtspfunde purzeln zu lassen. Zugleich stellen viele ihre Ernährung um, um schnellere Erfolge zu erzielen. Sich Low Carb oder auch kohlenhydratarm zu ernähren, ist dabei eine bewährte Methode. Das ist nicht einfach, denn Beilagen wie Brot und auch die Süßigkeiten für zwischendurch sind hier verboten oder – je nachdem, wie eisern der Wille ist – auf ein Minimum zu reduzieren.

Immer Anfang des Jahres schießt die Suche nach “Fitnessstudio” auf Google in die Höhe (Quelle: Google Trends).

Für viele Lebensmittel mit einem hohen Kohlenhydratanteil gibt es Ersatzprodukte. Besonders schwierig ist es aber, einen Lückenbüßer für Brötchen oder Brot zu finden. Vor allem morgens benötigt der Körper genug Energie um leistungsfähig in den Tag zu starten. Außerdem ist es für Viele schwierig, plötzlich nichts mehr mit Butter bestreichen und Aufschnitten belegen zu können. Der morgendliche Biss in das Brötchen fällt also aus.

Low Carb-Ernährung wird immer beliebter, der Trend von 2011 bis 2015 (Quelle: Google Trends).

Eines haben alle Brote und Brötchen gemeinsam: sie bestehen aus Mehl. In Weißmehl, sowie auch in Vollkornmehl stecken komplexe Kohlenhydrate. Sie enthalten Stoffe, die dem Körper schnell und langanhaltend Energie zuführen. Einfache und zweifache Kohlenhydrate, wie Haushaltszucker oder Milch, geben dem Körper schnell, aber dafür auch nur kurz Energie. Das heißt auch, dass das Sättigungsgefühl nach dem Genuss komplexer Kohlenhydrate länger anhält.

Vereinfachte Illustration zu Kohlenhydraten (Illustration und Foto: Karoline Grimm).

Aber: Kohlenhydrate haben einen Nachteil. Sie bewirken, dass der Blutzuckerspiegel im Körper ansteigt. Dieser Prozess setzt Insulin frei, was dafür sorgt, dass Zucker aus dem Blutkreislauf in die Zellen gelangt. So sinkt der Blutzuckerspiegel wieder. Allerdings begünstigt Insulin die Fettbildung und hemmt dadurch auch den Abbau.

Wenn dem Körper also mehr Energie in Form von Kohlenhydraten zugeführt wird, als er verbrauchen kann, dann bilden sich Fettpölsterchen, die im Normalfall keiner haben möchte. Doch wenn keine Brötchen, kein Brot, kein Schokoladenaufstrich und keine Marmelade erlaubt sind, wie sieht dann das Frühstück bei einer Low Carb Diät aus?

Für die, die morgens nicht auf Brot verzichten wollen, lassen sich im Internet unzählige Alternativen zu Low Carb-Broten und -Brötchen finden. Hier ersetzen oft fetthaltige Zutaten das Mehl. Somit enthalten die Low Carb-Backwaren auch kein Gluten, dass für die Konsistenz und unter anderem auch für den Zusammenhalt der Backwaren verantwortlich ist.

Aber ein Brot ohne Mehl, wie soll das funktionieren? Mit Ersatzprodukten wie zum Beispiel Mandelmehl, Kokosmehl, geschroteten Leinsamen, Haferkleie, Johannisbrotkernmehl, Lupinenmehl, Butter oder Quark und den üblichen mehlfreien Zutaten . Der Geschmack soll einem „normalen“ Brot sehr nahe kommen.

Der Test

Nach vielen positiven Einträgen auf verschiedenen Plattformen im Internet, haben wir uns entschlossen ein Low Carb Brot zu testen. Ein Rezept hat uns besonders neugierig gemacht: ein Karottenbrot aus dem Low Carb Kochbuch des Tandem Verlags.

Low Carb Kochbuch, Tandem Verlag (Foto: Karoline Grimm).

Der Teig für das Brot enthält Karotten (wer hätte es gedacht), Magerquark, geschrotete Leinsamen, Weizenkleie, Backpulver, Eier, Wasser, Salz und Brotgewürz. Zutaten vermengen und ab in den Ofen – einfach und schnell. Nach 55 Minuten Backzeit lag ein gut gebräuntes, lecker riechendes Brot vor uns.

Ungebackenes Low Carb-Brot – Brot ohne Mehl (Foto: Karoline Grimm).

Nachdem das Brot abgekühlt war, kam der Zeitpunkt der Wahrheit. Schon beim Anschneiden zerbröselte das Brot leicht, obwohl es innen sehr feucht war. Um den Geschmack des Low Carb-Brotes besser einschätzen zu können, bestrichen wir es lediglich mit Butter.

gebackenes Low Carb Brot – Brot ohne Mehl (Foto: Karoline Grimm).

Fazit

Das Low Carb Brot ist sehr feucht, eher mit einem Kuchen zu vergleichen. Außen ist es knusprig und krümelig. Es schmeckt nach Brot, was wohl am Brotgewürz liegt. Die Konsistenz ist allerdings pampig und körnig zugleich. Der Teig zergeht nicht auf der Zunge, wie mehlhaltiges Brot. Es fühlt sich sehr breiig auf der Zunge an. Für uns ist es deshalb keine Alternative.

Bei Broten mit Kokos- oder Mandelmehl können wir uns auch nur schwer vorstellen, dass es unseren Geschmack trifft, da beide Ersatzprodukte einen relativ starken Eigengeschmack haben. Aber: nur die Harten verlieren Pfunde. Wer die Low Carb Diät durchziehen will, der muss wohl damit leben und sich vom konventionellen Brot verabschieden.

Interessanter Fakt: Kohlenhydrate sind übrigens die am häufigsten vorkommende Verbindung in der Natur.

Über den Autor

Karoline Grimm

Karoline Grimm

Filmen, Texten, Cutten: das ist, was mir Spaß macht – und es ist mein Job. Auch Fotografieren gehört nicht nur zu meiner journalistischen Ausbildung, es ist ebenso mein Hobby. Bevor ich meine Bestimmung im Studiengang “Technikjournalismus/Technik-PR” gefunden habe, wusste ich nicht wohin mit meiner Aufgeschlossenheit und Neugier. Auf diesem Blog kann ich mich entfalten und meiner Passion zu Essen, Trinken und deren Bezug zur Technik nachgehen.

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