Toggle Navigation

To-Go im Mehrwegbecher

Ab 2023 werden Caterer, Lieferdienste und Restaurants verpflichtet, auch Mehrwegbehälter als Alternative zu Einwegbehältern für Essen und Getränke zum Mitnehmen und Bestellen anzubieten. Das besagt das Verpackungsgesetz der Bundesregierung. Mithilfe verschiedener Maßnahmen soll Verpackungsmüll vermieden und somit die Umwelt geschützt werden. Doch wie lässt sich das für die Gastronomie umsetzen? Eine Lösung ist das Mehrweg-System für To-Go-Gerichte.

Plastikmüll verschmutzt die Umwelt immer mehr. Quelle: Pixabay

Mehrweg in der Mensa

Anfang der Corona-Zeit wurden auch die Mensen auf To-Go-Verpflegung umgestellt. Hierbei waren auch die alt bewährten Thermoschalen aus Styropor in den Städten im Einsatz und trugen dazu bei, die Müllplätze zu überfüllen. So kamen der Leiter der Hochschulgastronomie des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg Ralph Schmidt und sein Team dazu, die Mehrwegverpackungen auch in den Hochschul-Mensen zu verwenden. Sowohl bei den Gerichten als auch beim Kaffee haben Studierende und andere Gäste die Möglichkeit, diese in Mehrwegbehältern zu bekommen und somit Müll zu sparen.

Hierbei setzt das Studentenwerk auf die Anbieter Vytal für die Gerichte und auf Recup für die Heißgetränke. „Die klassische Mehrwegverpackung ist Einwegverpackungen nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch überlegen. Hier waren Ansätze zu erkennen, die wir für unser außer-Haus-Geschäft einsetzen wollten”, lobt Ralph Schmidt das System. Das Mensa-Personal bekommt viel gutes Feedback von den Kund:innen und konnte bisher über 12.000 Einweg-Schalen mit Hilfe des Mehrweg-Systems ersetzen.

So funktioniert’s

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Anbieter von Mehrweg-Systemen für die Gastronomie. Sie alle funktionieren nach einem ähnlichen Schema. Ein Beispiel ist der Anbieter Vytal. Diesen nutzen auch die Mensen des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg. Hier brauchen die Kund:innen eine App, die einen persönlichen QR-Code generiert. Dieser wird beim Abholen eines Gerichts in der Mehrwegverpackung gescannt. Außerdem haben die einzelnen Behältnisse QR-Codes, die ebenfalls gescannt werden. Somit ist in der App gespeichert, wer welches Behältnis ausgeliehen hat. Innerhalb einer zeitlichen Frist von circa 14 Tagen muss der Gast die Verpackungen an ein Restaurant, das dasselbe System verwendet zurückbringen. Bei einigen Anbietern funktioniert das System ohne eine Pfandgebühr. Falls die Kund:innen das Geschirr allerdings nicht innerhalb der Frist zurückbringen, kann eine Gebühr verlangt werden, weshalb die Bankdaten der Kund*innen auch meist hinterlegt werden müssen

Einer der meistgenutzten Anbieter für Mehrweg-Systeme ist Vytal. Quelle: Tim Breker, Vytal.

Nicht nur Vorteile

Die Mehrweg-Lösung klingt nach der perfekten Alternative zum Plastikmüll. Doch es gibt auch Nachteile: die Abgabefrist für die Kund:innen beträgt mehrere Tage. Dadurch besteht für die Gastronomien das Risiko, alle Behältnisse an einem Tag zu verleihen und nicht genügend davon zurückzubekommen. So kann der Betrieb “leer laufen”. Besonders, da die Becher und Co. nicht unbedingt im selben Betrieb abgegeben werden müssen, kann die Zeit, bis diese wieder an ihren Ursprungsplatz zurück gelangen, zu lange dauern. Ein weiterer Nachteil ist, dass die meisten Systeme ausschließlich per App funktionieren. So werden Menschen ohne Smartphone und Internetverbindung benachteiligt.

Mehrweg als Chance für den Umweltschutz

Auch wenn die Systeme nicht perfekt sind, überwiegen die Vorteile. Das Mehrweg-System trägt zu einer müllfreien Zukunft bei und hilft, die Umwelt zu schützen. Neben nachwachsenden Rohstoffen und selbst mitgebrachten Behältnissen sind die Mehrwegbecher eine gute Alternative zum Plastik. Sie werden in Zukunft wohl nicht mehr aus der Gastronomie wegzudenken sein.

Über den Autor

Marie Spies

Marie Spies

Meine Artikel:

    Kommentiere